Wer kennt das nicht: Die Mitarbeiter, die 65 Jahre alt werden, verabschieden sich mit netten Worten und einem Umtrunk, manche der Kollegen gehen auch schon mit 63 Jahren in den wohlverdienten Ruhestand. Normalerweise ist es so, dass sie ihren Ruhestandswunsch frühzeitig anmelden, damit das Unternehmen rechtzeitig nach einem Nachfolger suchen kann. Am besten funktioniert es, wenn der Nachfolger von dem künftigen Pensionär noch eingearbeitet werden kann. Das nennt man dann gute Personalplanung.
Gewerkschaften klagen, dass schon bald der Notstand eintreten werde
In vielen Bundesländern ist in den vergangenen Jahren zwar registriert worden, dass Tausende Mitarbeiter im öffentlichen Dienst in den Ruhestand eintreten werden, nur reagiert wurde selten. So häuften sich in den vergangenen Wochen die Klagen, dass der Nachwuchs fehle, und zwar in sehr großer Zahl. Polizisten, Staatsanwälte, Richter, Lehrer oder auch Finanzbeamte – die Gewerkschaften klagen, dass schon bald der Notstand eintreten werde. Angesichts der hohen Zahl an Pensionierungen hat der Berliner Finanzsenator Matthias Kollatz-Ahnen (SPD) nun angemahnt, dass es mit den Einstellungen sehr viel schneller gehen müsse. In Berlin scheiden fast 35.000 Beschäftige im öffentlichen Dienst bis Ende 2024 aus, die Einstellungsverfahren ziehen sich oft sechs bis acht Monate hin.
Als Ziel hat der Finanzsenator ausgegeben, die Verfahrensdauer zu halbieren – auf drei bis vier Monate. Nur zu, mag man ihm und dem Senat zurufen. Es würde sicherlich helfen, die mehrstufigen Verfahren, bei denen die Akte von Schreibtisch zu Schreibtisch wandert, zu verkürzen. Und wenn das Einstellungsverfahren digital abgewickelt würde, ließe sich noch mehr Zeit gewinnen. Doch wie man die Berliner Verwaltung kennt, wird solch eine Änderung der Abläufe viel Zeit brauchen. Zeit für eine Reform ist es allemal.
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