Klosterstraße in Spandau

Abriss des Postgebäudes soll im Oktober beginnen

Die Eigentümer des alten Postgeländes an der Klosterstraße wollen Ende 2018 mit den Neubauten beginnen.

Simulation: So sieht der Siegerentwurf für die Neubebauung des Grundstücks der alten Post aus

Simulation: So sieht der Siegerentwurf für die Neubebauung des Grundstücks der alten Post aus

Foto: Picasa / Fay Projects GmbH

Vandalismus und Graffiti haben dem leeren, verwahrlosten Postgebäude an der Klosterstraße 38 längst zugesetzt. Investoren mit ehrgeizigen Zielen erwarben das Filetstück in bester Spandauer Lage zwar, verkauften es aber weiter. Mit den jetzigen Eigentümern entwickelt das Bezirksamt einen Bebauungsplan, von dem Baustadtrat Frank Bewig (CDU) sagt: „Wir sind gut im Zeitplan.“

Grundlage der Planung ist der Entwurf des Architekturbüros Astoc Architects and Planners, der bei der Jury im städtebaulichen Werkstattverfahren mit sieben Teilnehmern als Sieger hervorging. Danach sind drei Häuser auf der Brache zwischen Klosterstraße, Ruhlebener Straße und der Havel vorgesehen. Mit 40, 60 und 80 Metern werden sie den 80 Meter hohen Rathausturm Spandaus nicht überragen. In einem Mix aus Hotelnutzung, Handel, Büros, Wohnen, Freizeitangeboten und Gastronomie soll ein neues Stadtquartier entstehen.

Alle zehn Sekunden gibt es ein neues Webcam-Luftbild

Seit Kurzem zeigt eine Webcam der Projektentwickler von oben, wie es auf dem früheren Postgelände neben dem Rathaus Spandau aussieht. Alle zehn Minuten gibt es ein neues Luftbild. Eigentlich etwas früh, denn noch ist nicht viel zu sehen, außer die alte Post. Die Abbrucharbeiten, bei denen es etwas zu sehen gibt, sind nach Angaben der Eigentümer ab kommenden Oktober geplant. Die Arbeiten waren im Februar abgebrochen worden, weil sich nach Angaben der Eigentümer – der Merz Objektbau (Aalen) und der Fay Projects GmbH (Mannheim) – bereits Brutvögel am Gebäude eingenistet hatten. Man habe keinen Baustopp riskieren wollen und habe den Abriss deshalb abgebrochen, so die Auskunft.

Entkernt ist das Innere bereits. Einbauten, Bodenbeläge und Decken, Türen und Gebäudetechnik, Gips-Innenwände, rund 2300 Leuchtstoffröhren sowie Estrich auf mehr als 10.000 Quadratmetern wurden abgefahren. Dämmmaterial musste nach Auskunft des Eigentümers als Altlast entsorgt werden. Auch das Dach sei leer geräumt: Die Dachpappe mit Folien, Styropor und Kies darüber auf einer Fläche von 3500 Quadratmetern sei verschwunden.

Wie berichtet, soll auf dem 14.000 Quadratmeter großen Areal gleich gegenüber den Spandau Arcaden und dem Bahnhof Spandau bis 2021 das neue Quartier stehen. „Es wird viel Wohnraum, aber auch Gewerbe entstehen. Und es soll ein autofreies Quartier werden“, sagte Bezirksbürgermeister Kleebank (SPD) auf Anfrage dieser Zeitung. Noch müssen die Zufahrten zum neuen Stadtquartier und vor allem das Nutzungskonzept jedoch weiterentwickelt werden. „Das städtebauliche Modell wird in Details überarbeitet, dabei spielen Fragen der Erschließung eine Rolle, es muss geklärt werden, wie Versorgungsleitungen und -schächte angeordnet werden, damit alles funktioniert. Auch Fluchtwege und Brandschutz sind ein Thema“, sagte Ralph Esser, Geschäftsführer der Fay Projects GmbH.

Wochenendveranstaltung mit Musik und Essen geplant

Beim Nutzungsmix aus Wohnen, Gewerbe und Handel gebe es noch keine festgelegten Zahlen. Die unterschiedlichen Nutzungsarten brächten zunächst einmal Themen mit sich, die gelöst werden müssten, beispielsweise wie das Wohnen angesichts des Schalls verträglich gestaltet werden könne.

Weil es bis zum Baubeginn wohl noch mindestens bis Ende 2018 dauern wird, soll zumindest bald wieder eine Wochenendveranstaltung mit Musik und Essen auf dem Gelände stattfinden, so wie Mitte Juli der „Kultur- und Freizeitmarkt“. „Wir werden eine kurzfristige Folgeveranstaltung fördern, um das Gelände zu beleben und um den Zeitraum zu überbrücken, bis es losgeht mit den Bauarbeiten“, sagte Esser. Da das neue Quartier für jedermann offen zugänglich sein wird, werde auch am Havelufer weiter an einer attraktiven Platzgestaltung gearbeitet.

Mehr Informationen zum Projekt:
www.spandauer-ufer.de

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