Berlin

Nach Polizeieinsatz: Bäder verschärfen Einlasskontrollen

Jugendliche wollten in Neukölln einen gesperrten Sprungturm stürmen. Die Polizei musste anrücken. Das hat nun Konsequenzen.

Ein Polizeieinsatz im Sommerbad Neukölln (Archivbild)

Ein Polizeieinsatz im Sommerbad Neukölln (Archivbild)

Foto: Theo Schneider / Demotix

Jugendliche, die das Freibad am Columbiadamm besuchen wollen, müssen künftig mit strengeren Einlasskontrollen rechnen. „Im Neuköllner Sommerbad wird Jugendlichen, die bereits am Einlass durch Rüpeleien negativ auffallen, jetzt noch schneller der Eintritt verwehrt“, kündigte Matthias Oloew, Pressesprecher der Berliner Bäder-Betriebe (BBB) an. Auslöser dieser einschneidenden Maßnahme sind die jüngsten Ausschreitungen, die am Dienstagabend zu einer vorzeitigen Schließung des Freibades geführt hatten.

Wie berichtet, hatte eine Gruppe von Jugendlichen am Nachmittag versucht, den gesperrten Sprungturm zu stürmen. Mitarbeiter des Freibades sowie die im Bad tätigen Konfliktlotsen konnten die Situation zunächst erfolgreich entschärfen. Wenig später heizte sich die Stimmung jedoch erneut auf und der Konflikt drohte zu eskalieren.

Eigenes Sicherheitskonzept für Neuköllner Bad

Daraufhin hat der Schwimmmeister in Sorge um die Sicherheit der vielen Badegäste entschieden, die Polizei zu alarmieren und das Bad bereits um 18 Uhr zu schließen. Die Polizei rückte mit mehreren Mannschaftswagen an. „Die Lage hatte sich schnell beruhigt“, sagt eine Sprecherin der Polizei. Der Vorfall hat trotzdem Konsequenzen.

„Leider wurde das Vertrauen, das die Bäder-Betriebe aufgrund der Erfahrungen der letzten beiden Jahre in jugendliche Besuchsgruppen gesetzt haben, enttäuscht. Als Reaktion darauf werden die Berliner Bäder-Betriebe die Einlasskon­trollen am Sommerbad Neukölln ab sofort wieder strikter handhaben, damit potenzielle Störer nicht alle anderen Badegäste gefährden und das Badevergnügen trüben“, heißt es in einer Erklärung der Berliner Bäder-Betriebe.

Schon jetzt wird in allen Berliner Freibädern versucht, potenzielle Störer bereits vor Betreten des Bades zu erkennen und sie zu ermahnen oder gar nicht erst ins Bad zu lassen. Grundsätzlich sei es in den letzen Jahren in den Freibädern aber sehr viel ruhiger geworden. Wie für jedes Freibad hatten die Bäder-Betriebe auch für das Neuköllner Sommerbad ein Sicherheitskonzept erstellt. Mit Erfolg: Seit zwei Jahren habe es keinen Polizeieinsatz wie am Dienstag gegeben.

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