Mieten in Berlin

Wo in Berlin mieten günstiger ist als kaufen - und wo nicht

Der Kostenvergleich zwischen Miet- und Eigentumswohnungen zeigt: In manchen Ortsteilen ist es sinnvoller, Mieter zu bleiben.

Ein neugebautes Wohnhaus in Kreuzberg

Ein neugebautes Wohnhaus in Kreuzberg

Foto: dpa Picture-Alliance / Bernd Von Jutrczenka / picture alliance / dpa

Angesichts dynamisch steigender Mieten fragen sich viele Berliner, ob es für sie vorteilhafter wäre, wenn sie in die eigenen vier Wände ziehen. Gleich zwei Studien kommen zu der Aussage, dass sich trotz gestiegener Kaufpreise der Erwerb einer eigengenutzten Wohnung zwar nicht überall in der Stadt, aber sehr großflächig lohnt. Allerdings gibt es einen Haken: Gerade junge Familien haben oft nicht das nötige Eigenkapital, um den Kauf zu realisieren.

So kommt das Center for Real Estate Studies (CRES) in einem Marktbericht für den Immobilienverband Deutschland (IVD) zu dem Schluss, dass in Berlin der Kauf einer Immobilie gegenüber der Miete finanzielle Vorteile hat – aber nur in zwei Dritteln aller Berliner Ortsteile. Demnach ist es in den Ortsteilen Mitte, dem Hansaviertel, Grunewald und Dahlem besser, Mieter zu bleiben. Erwerber müssen demgegenüber mehr als 200 Euro im Monat mehr aufbringen. Immerhin noch mehr als 30 Euro im Monat spart, wer in Pankow, Weißensee, Prenzlauer Berg, Tiergarten, Kreuzberg, Alt-Treptow, Karlshorst, Friedrichshagen, Neukölln, Wilmersdorf, Schmargendorf, Nikolassee und Zehlendorf mietet.

Familien profitieren nicht von günstigen Zinsen

In finanzieller Hinsicht keine Rolle spielt die Frage, ob Eigentum oder Miete, in Buch, Lübars, Wilhelmsruh, Waidmannslust, Märkisches Viertel, Friedrichshain, Fennpfuhl, Lichtenberg, Friedrichsfelde, Buckow, Gropiusstadt und Schöneberg. In allen anderen Ortsteilen dagegen ist nach Angaben des Reports der Kauf günstiger. Besonders lohnend mit einem monatlichen Vorteil von mehr als 200 Euro ist demnach der Kauf in Konradshöhe, Wartenberg, Hellersdorf, Gesundbrunnen, Plänterwald, Schmöckwitz, Charlottenburg und dem Falkenhagener Feld.

„Kaufen ist aufgrund niedriger Zinsen günstiger als Mieten“, sagt auch Michael Voigtländer, Leiter Immobilienmärkte des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) Köln. Das Institut hat im Auftrag der Accentro Real Estate AG einen Wohnkostenreport erstellt. Demnach muss der Eigennutzer in Berlin, der 20 Prozent Eigenkapital mitbringt, 5,60 Euro je Quadratmeter im Monat aufbringen. Für den Mieter wird eine Bruttokaltmiete von acht Euro zugrunde gelegt.

„Obwohl selbst genutztes Eigentum also günstiger wäre, geht die Zahl der Ersterwerber zurück, darüber hinaus werden die Käufer in der Stadt älter“, so Michael Voigtländer. So betrage das Alter der Ersterwerber durchschnittlich 48 Jahre. Dies liege daran, dass nur 40 Prozent der Haushalte über ein Vermögen von mehr als 40.000 Euro verfügen. „Hilfreich wäre etwa, wenn der Staat Geringverdienern Kreditausfallgarantien gibt, wie dies in den Niederlanden und Frankreich geschieht“, sagte Voigtländer.