Einbruch im Bode-Museum

Goldmünzen-Diebe kamen mit Rucksack und Kapuzenpullis

Die Polizei veröffentlicht Aufnahmen von Tatverdächtigen aus der Nacht des Einbruchs ins Bode-Museum.

Polizei fahndet mit Video nach Münzdieben vom Bode-Museum

Schubkarre, Rollbrett, Axt und Leiter: Mehr brauchten die Diebe nicht, um eine 100 Kilo schwere Goldmünze aus dem Museum zu stehlen.
Di, 04.07.2017, 20.54 Uhr

Polizei fahndet mit Video nach Münzräubern

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Mehr als drei Monate nach dem spektakulären Einbruch in das Bode-Museum auf der Museumsinsel in Mitte sucht die Polizei mit Bildern aus Überwachungskameras nach den Tätern. Die bislang noch Unbekannten hatten am 27. März dieses Jahres bei einem nächtlichen Einbruch eine etwa 100 Kilogramm schwere Münze aus purem Gold gestohlen. Nach dem aktuellen Goldpreis wäre eine Münze mit diesem Gewicht etwa 3,74 Millionen Euro wert.

Die Aufnahmen der gesuchten Personen entstanden, als sie in der Tatnacht gegen 3 Uhr den Bahnsteig des S-Bahnhofes Hackescher Markt betraten. Anschließend gingen sie über die Bahngleise, auf denen zu diesem Zeitpunkt kein Zugverkehr herrschte, in Richtung Monbijoupark/James-Simon-Park zum Museum.

Wie es dann weiterging, mussten die Ermittler anhand von Indizien rekonstruieren. Denn von der Szene, wie die Täter in das Bode-Museum einsteigen, gibt es nach Informationen der Berliner Morgenpost keine Videoaufzeichnungen. Das Fenster, das die Einbrecher wählten, führt in einen Raum, den das Sicherheitspersonal zum Umkleiden nutzt. Kameras wurden dort aus datenschutz- und persönlichkeitsrechtlichen Gründen nicht angebracht.

Auch von außen wird dieser Bereich nicht von Kameras erfasst – ebenso wenig der Weg, den die Einbrecher von der Umkleide im ersten Stock zur Münze im zweiten Stock über das Treppenhaus wählten. Mittlerweile wurden die Sicherheitsvorkehrungen im Bode-Museum modifiziert. Wie genau, möchte das Museum auf Anfrage nicht mitteilen.

Schubkarre und Seil blieben zurück

Zusätzlich zu den Videoaufzeichnungen haben die Ermittler aber weitere Beweismittel aus der Tatnacht. Die Polizei veröffentlichte etwa bereits kurz nach dem Einbruch Bilder von Tatwerkzeug, das genutzt wurde. Neben dem Griffstück einer Axt, einer dreiteiligen Leiter und einer Schubkarre mit auffälligen weißen Reifen nutzten die Einbrecher einen sogenannten Transporthund (Brett mit Rollen) und einen Türkeil. Die Schubkarre war von den Einbrechern an den Bahngleisen zurückgelassen worden, ebenso wie ein Seil. Als die Polizei alarmiert wurde, waren die Einbrecher schon längst wieder auf dem Rückzug. Sie flüchteten über die Gleise zu einem im Monbijoupark geparkten Fahrzeug.

Auffällig an den mehr als zwei Minuten langen Videoaufnahmen ist, dass die drei Tatverdächtigen sehr genau zu wissen scheinen, wo sich Kameras befinden. Sie drehen sich im richtigen Moment weg oder halten sich die Hand vor das Gesicht.

Staatsanwaltschaft lobt Belohnung für Hinweise aus

Laut Staatsanwaltschaft hätten die bisherigen Ermittlungen nicht zu dem gewünschten Ergebnis geführt, weshalb man sich nun zur Veröffentlichung der Videosequenzen entschieden habe. Die Polizei fragt: Wer kann Hinweise zur Identität der Gesuchten geben? Wer hat in der Nacht vom 26. zum 27. März 2017 gegen 3 Uhr verdächtige Beobachtungen im Bereich des S-Bahnhofs Hackescher Markt und des Monbijouparks/James-Simon-Parks gemacht, die in Zusammenhang mit den Tätern und/oder der Tat stehen könnten? Wer kann Angaben zu abgebildeten Tatwerkzeugen machen oder kennt Personen, die solche erworben beziehungsweise besessen haben und bei denen diese jetzt fehlen? Die Axt stammt von der Baumarktkette "Obi".

Wer kann Angaben zu Käufern oder Besitzern einer solchen Axt machen? Wem sind die Goldmünze oder größere Goldmengen, auch in ungewöhnlicher Form, angeboten worden? Hinweise, die auf Wunsch vertraulich behandelt werden können, nehmen das Kommissariat für Kunstdelikte unter 030 4664 944 400 und lka444@polizei.berlin.de oder jede andere Polizeidienststelle entgegen. Für Hinweise zur Gewinnung von Beweismitteln, durch die der oder die Täter überführt werden können, hat die Staatsanwaltschaft Berlin eine Belohnung von bis zu 5000 Euro ausgelobt.

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