Berlin

Eon-Manager wird neuer Finanzvorstand der Gasag

Die personelle Erneuerung beim Berliner Energieunternehmen Gasag schreitet voran. Michael Kamsteeg komplettiert das Führungstrio und wird neuer Finanzvorstand. Der 50 Jahre alte Manager kommt vom Energiekonzern Eon, wo er zuletzt bei dem abgespalteten Unternehmen Uniper Chef der Kraftwerke war. Eon ist mit etwas über einem Drittel vor Vattenfall und den Franzosen von Engie größter Anteilseigner der Gasag, die 1999 vom Land Berlin privatisiert worden war.

Gasag-Aufsichtsratschef Lothar Kramm lobte, der neue Vorstand habe die weitreichenden Veränderungen der Energiemärkte in den letzten Jahren in verschiedenen Rollen und Wertschöpfungsstufen begleitet und habe dadurch ein klares Bild von den Herausforderungen, denen sich die Branche in der Energiewende stellen müsse. Die Gasag-Vorstandsvorsitzende Vera Gäde-Butzlaff sagte, man werde gemeinsam an der Entwicklung der Gasag-Gruppe zu einem wachsenden, vielfältig aufgestellten Energiedienstleistungsunternehmen weiterarbeiten.

Gäde-Butzlaff selbst wird diesen Weg jedoch nicht mehr allzu lange begleiten. Die frühere Chefin der Berliner Stadtreinigung hat kürzlich wissen lassen, dass sie ihren drei Jahre laufenden Vertrag nicht mehr verlängern und Ende Februar 2018 aufhören werde.

Die Zukunft der Gasag ist einigermaßen ungewiss. Zudem steuert der Vorstand einen Kurs weg vom klassischen Gasversorger hin zu einem Energiedienstleister. Vor allem aber steht das Unternehmen im Zentrum der Rekommunalisierungs­bemühungen des Berliner Senats in der Energiepolitik. Das Land hat Interesse, bei der Gasag einzusteigen. Um die Konzession für den Betrieb des Gasnetzes liegen Gasag und die landeseigene Berlin Energie vor Gericht.

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