Geldinstitute

Diese Filialen der Deutschen Bank in Berlin müssen schließen

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Isabell Jürgens
In vielen Filialen der Deutschen Bank in Berlin gehen langsam die Lichter aus

In vielen Filialen der Deutschen Bank in Berlin gehen langsam die Lichter aus

Foto: picture alliance / Markus C. Hur

Der Umbau der Filialen von Deutsche Bank und Berliner Bank ist weitgehend abgeschlossen. 40.000 Berliner haben ihre Konten aufgelöst.

Die Kunden von Deutscher Bank und deren Tochterunternehmen Berliner Bank, das bis Ende 2017 komplett im Mutterkonzern aufgegangen sein wird, haben das Schlimmste bereits hinter sich. 2016 hatte das Geldinstitut 80 Filialen in Berlin. Inzwischen ist deren Zahl auf 44 gesunken. Bis Jahresende sollen noch weitere sieben Filialen geschlossen werden.

Die Kunden haben diesen radikalen Schritt jedoch offenbar nicht mit massenhaften Kontokündigungen beantwortet. Das zumindest geht aus den Zahlen hervor, die die Deutsche Bank am Dienstag vorgelegt hat. Demnach betreuten die fusionierten Unternehmen Ende 2016 in Berlin rund 800.000 Kunden – rund 40.000 weniger als noch vor einem Jahr.

In den kommenden Monaten werden nun noch die Filialen Bahnhofstraße 27 (Lichtenrade), Schloßstraße 88 (Steglitz), Gorkistraße 11 (Berliner Bank, Tegel), Mehringdamm 35 (Kreuzberg), Skalitzer Straße 137 (Berliner Bank, Kreuzberg), Bayerischer Platz 9 (Schöneberg) und Müllerstraße 34a (Wedding) geschlossen.

Die Deutsche Bank schließt 188 Filialen in diesem Jahr

„Für die Kunden ist damit aber kaum ein Verlust an Nähe verbunden“, versicherte Harald Eisenach, Sprecher der regionalen Geschäftsleitung der Region Ost. Bei den bereits geschlossenen und noch zu schließenden Filialen handele es sich in der Regel um „Filial-Pärchen“ aus Berliner Bank und Deutscher Bank, die oft in derselben Straße beheimatet waren. Dementsprechend nehme die Entfernungen für die Kunden in der Regel auch nur unwesentlich zu.

Der Kundenrückgang sei in Wahrheit auch gar keiner, führte Eisenach aus. Überwiegend habe es sich dabei um Konten bei der Berliner Bank gehandelt, die von den Kunden schon länger nicht mehr genutzt und aus Anlass der Umstrukturierung nun endgültig aufgegeben wurden, so Harald Eisenach, Sprecher der regionalen Geschäftsleitung der Region Ost.

Tatsächlich habe das Unternehmen ein sehr erfolgreiches erstes Quartal 2017 hinter sich, betonte Eisenach weiter. Das Geschäftsvolumen stieg um 1,4 Milliarden Euro (5,4 Prozent) auf 28 Milliarden Euro. „Die Kunden suchen unseren Rat“, sagte Eisenach. Die Niedrigzinsen bedrohten die finanzielle Planung vieler Menschen.

„Wir haben deshalb unser Beratungsangebot deutlich ausgebaut“, sagte der Deutsche-Bank-Manager. Schließlich habe das Unternehmen seit 2012 im gesamten Stadtgebiet 17 Filialen modernisiert, davon alleine elf im laufenden Jahr. Weitere sechs Filialen in Berlin wurden bereits im Vorjahr modernisiert. Von den künftig 37 Filialen wird beziehungsweise wurde demnach mehr als jede dritte Filiale modernisiert. Das Investitionsvolumen allein für diese Maßnahme beziffere sich auf 20 Millionen Euro.

Dazu kämen weitere fünf Millionen für das „Quartier der Zukunft“ an der Friedrichstraße in Mitte, das mit einer herkömmlichen Bankfiliale wenig gemein hat und eher einem Café mit angeschlossenem Coworking Space für Unternehmensgründer ähnelt. An der Friedrichstraße steht die Vernetzung aller analogen und digitalen Zugangswege zur Bank im Fokus.

90 Prozent des einfachen Zahlungsverkehrs würden mittlerweile von den Kunden online erledigt und gut 50 Prozent der Kunden hätten in einer Umfrage angegeben, dass sie nur noch einmal im Jahr in die Filiale gehen, sagt Eisenach. So können Kunden auf dem iPad ihren Wunsch-Berater auf der Homepage von „Quartier Zukunft“ auswählen, ihre Fragen im Online-Dialog vorbesprechen und einen Beratungstermin vor Ort vereinbaren. „Wir werden mit den Filialmodernisierungen auch über 2017 hinaus weitermachen“, versprach Eisenach.