Lichterfelde-Süd

Weniger Häuser, mehr Natur für neues Stadtquartier

Der überarbeitete Plan sieht eine abgespeckte Variante des neuen Stadtquartiers in Lichterfelde-Süd vor.

So soll das Projekt in Lichterfelde Süd einmal aussehen

So soll das Projekt in Lichterfelde Süd einmal aussehen

Foto: Bezirksamt Lichterfelde-Zehlendorf Diana Nikolaizig

Seit vier Jahren laufen die Planungen für ein neues Stadtquartier in Lichterfelde-Süd. Die Groth-Gruppe will zwischen der S-Bahn-Trasse und der Osdorfer Straße 2500 Wohnungen und 640 Reihen- und Einfamilienhäuser errichten. Jetzt liegt ein überarbeiteter Masterplan vor, der im Stadtplanungsausschuss öffentlich vorgestellt wurde. Das Ergebnis: Der neue Plan sieht eine wesentlich luftigere und abgespeckte Version für das Quartier vor.

Auf dem 100 Hektar großen ehemaligen US-Truppenübungsplatz "Parks Range" sollen 39 Hektar bebaut werden, die Natur in der Mitte bleibt erhalten. In einem ersten Architektenentwurf des Büros Casanova + Hernandez aus Rotterdam waren sechs einzelne Quartiere geplant, die sich entlang der S-Bahn-Trasse, der Reaumurstraße und der Osdorfer Straße ziehen. In jedem der sechs Kleinkieze sollte ein Hochhaus mit zehn Etagen als Leuchtturm stehen.

In den neuen Masterplan sind Anregungen und Einsprüche von Behörden und Bürgern eingeflossen. Vieles hat sich verändert. So sind nur noch vier Quartiere geplant, dafür wurde die Bebauung auf der Seite des S-Bahnhofes Lichterfelde-Süd verlängert. Die Anzahl der Reihen- und Einfamilienhäuser wurde von 640 auf 420 reduziert.

Drei Kitas, eine Grundschule und Sport- und Freizeiteinrichtungen

Getrennt hat sich das Stadtplanungsamt auch von der blockhaften Bebauung zugunsten einer aufgelockerten, zeilenartigen Baustruktur. Von den sechs Hochhäusern sind derzeit nur noch zwei vorgesehen, zwölf und 15 Geschosse hoch. Die Mehrfamilienhäuser sollen zwischen vier und sechs Etagen haben. Von den 2500 Wohnungen sind 600 an einen Mietpreis zwischen 6,50 und 8,50 Euro gebunden. Geplant sind zudem drei Kitas, eine Grundschule und Sport- und Freizeiteinrichtungen.

Zentrum des neuen Quartiers ist ein Stadtplatz, der sich zur grünen Mitte öffnet. An dem Platz wird es Geschäfte, Dienstleistungen und ein Fahrradparkhaus geben. Um auch das letzte Haus in dem sehr weitläufigen Viertel mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen, soll eine Buslinie bis in die südliche Spitze fahren.

Der neue Masterplan wurde generell von den Bezirksverordneten aller Fraktionen positiv aufgenommen. Als "ordentliche Arbeit" bezeichnet ihn SPD-Fraktionschef Volker Semler, Bernd Steinhoff von den Grünen sieht eine Weiterentwicklung im Vergleich zum ersten Entwurf. Das Amt habe sich "solide Gedanken gemacht", würdigt auch FDP-Chef Kay Ehrhardt den Plan. Er sieht aber – wie die anderen auch – noch Modifikationsbedarf.

Die größten Probleme haben Anwohner und Bezirkspolitiker noch mit der Anzahl der Wohnungen, der Lärm- und Verkehrsbelastung und dem Standort der Grundschule. Die soll auf der Seite der S-Bahn gebaut werden. "Ich kann es nicht nachvollziehen, warum man die Schule direkt an den Gleisen plant", sagt Kay Erhardt. Auch Volker Semler rät dazu, noch einmal über den Standort nachzudenken. Allerdings könne er sich damit abfinden, wenn der Lärmschutz eingehalten werde.

CDU möchte deutlich mehr Reihenhäuser

Kontrovers wird die Anzahl der Wohnungen und Reihenhäuser diskutiert. Für CDU-Fraktionschef Torsten Hippe sind zu wenige Reihenhäuser geplant. Dafür würde er gern die Anzahl der Wohnungen in den Geschossbauten reduzieren. "1600 halte ich für angemessen", sagt Hippe. Auch die FDP-Fraktion hätte gern mehr individuelles Wohnen, während sich die Grünen wiederum für mehr Wohnungen aussprechen. "Wir könnten uns angesichts des Zuzugs von jährlich 50.000 Menschen gut 2700 Wohnungen vorstellen", sagt Bernd Steinhoff. Lieber mehr Wohnungen, dafür weniger Reihenhäuser, dieser Meinung schließt sich auch die SPD-Fraktion an. Im nächsten Stadtplanungsausschuss am 11. Juli sollen die Verkehrsgutachten vorgestellt werden.

Zur Startseite
© Berliner Morgenpost 2017 – Alle Rechte vorbehalten.