Friedrichsfelde

Schuttberge im Tierpark müssen abgetragen werden

Seit Jahren liegen Berge von Bauschutt im Berliner Tierpark. Ein Teil davon ist verunreinigt - und muss für viel Geld entsorgt werden.

Zoo- und Tierpark-Direktor Andreas Knieriem ist gerade auf seinen Vorgänger nicht gut zu sprechen

Zoo- und Tierpark-Direktor Andreas Knieriem ist gerade auf seinen Vorgänger nicht gut zu sprechen

Foto: Paul Zinken / dpa

Fast 100.000 Tonnen Bauschutt sind Ende 2013 auf dem Gelände des Tierparks in Friedrichsfelde abgeladen worden. Genehmigt hatte das der ehemalige Direktor Bernhard Blaszkiewitz, der den Erdaushub von Berliner Großbaustellen verbauen wollte. Ein erstes Gutachten hatte das Material auch als unbedenklich eingestuft. Ein von Zoo- und Tierparkdirektor Andreas Knieriem jetzt in Auftrag gegebenes Gutachten kommt zu einem anderen Ergebnis: Etwa die Hälfte des Aushubs muss einer gesteigerten Verunreinigungsklasse zugeordnet werden. Zwar gehe keine direkte Gefahr für Mensch, Tier oder Grundwasser davon aus, sagte Knieriem. Es seien aber Bestandteile darin, die auf Deponien und nicht in den Tierpark gehörten. Er habe die Verpflichtung zu handeln.

Aus diesem Grund beginnt der Tierpark am Dienstag mit der Entsorgung von etwa 54.000 Tonnen verunreinigtem Sand. In den kommenden elf Wochen werden täglich etwa 40 Lkw-Ladungen auf die Abfallentsorgungsanlage in Schöneiche gebracht. Der Schaden der illegalen Abfalldeponie liege deutlich über einer Million Euro, sagte Knieriem. Eine Summe, die der Tierpark zwar aus eigenen Mitteln finanziere, die aber an anderer Stelle fehle, wie bei der Beschaffung von Futter und Pflanzen und bei der Sanierung der Tiergehege. Knieriem kritisierte Blaszkiewitz für sein „unredliches Handeln“. „So etwas hinterlässt man nicht seinem Nachfolger“, sagte der Direktor. Blaszkiewitz wurde aufgrund der Altlasten noch nicht von der Jahreshauptversammlung entlastet, vor Gericht läuft noch immer ein Verfahren gegen die Firma, die das Material abgeladen hat.

Teil des Bauschutts soll zum Himalaya werden

Ursprünglich wollte auch Andreas Knieriem den Bauschutt für seine neuen Pläne im Tierpark verwenden. So sollte mit dem Bauschutt, der auf dem Wirtschaftshof lagert, ein alter Schuttberg aus DDR-Zeiten am anderen Ende der Anlage zum Himalaya-Gebirge aufgeschüttet werden. „Die Idee ist noch nicht gestorben“, sagt Knieriem. Noch könnte der Teil des Bauschutts, der unbedenklich ist, dafür verwendet werden. Der Berg werde nur nicht mehr so hoch.

Die Tierparkbesucher bekommen von der Entsorgung nicht viel mit. Die Lkw fahren außen am Tierpark am alten Verwaltungsgebäude vorbei auf den Wirtschaftshof. Für den Plattenbau der Verwaltung gibt es ebenfalls neue Pläne: Haustechnik und Fassade werden saniert. Der Bau soll Anfang 2018 beginnen und bis Jahresende abgeschlossen sein. Dann zieht auch die Verwaltung aus dem Schloss Friedrichsfelde aus.

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