Reinickendorf

AfD-Stadtrat lässt mehr als 50 Autos abschleppen

Sebastian Maack (AfD) will im Bezirk durchgreifen. Auch Trödelmärkte werden in Reinickendorf strenger kontrolliert.

Auch dieser Kleinwagen stand im Halteverbot an der Markstraße

Auch dieser Kleinwagen stand im Halteverbot an der Markstraße

Foto: Janine Richter / BM

Zugeparkte Einfahrten, im Halteverbot parkende Autos und Rückstaus, zertrampelte Hecken, Müll und Fäkalien auf dem Rasen und in den Hausfluren: Immer wieder sonntags ist Heiko Röske, Hauswart des Hochhauses an der Markstraße 19 in Wedding, über diesen Ausnahmezustand außer sich. "Uns steht es seit Jahren bis oben hin", sagte Röske am Sonntag.

Seine Anwohnerbeschwerde über die Auswirkungen der drei Trödelmärkte an der Markstraße, genauer auf den Parkplätzen von Lidl, Edeka und des Siemes Schuhcenters, sind kein Einzelfall. Das Verkehrschaos ist seit Jahren ein Dauerthema im Ordnungsamt Reinickendorf, dem sich der zuständige Bezirksstadtrat Sebastian Maack (AfD) nun konsequent widmen will. "Dass hier einmal in der Woche ein rechtsfreier Raum herrscht, ist nicht akzeptabel", sagte er, als er am Sonntag mit einem zwölfköpfigen Team vor Ort ist.

Der Einsatz des Ordnungsamtes startete um 6.30 Uhr. Vier Teams eines Abschleppunternehmens und die Polizei unterstützten das Vorhaben. Die Bilanz bis zum Mittag: 50 abgeschleppte und umgesetzte Autos. Für die Eigentümer der Wagen wird das teuer. Die Kosten betragen sonntags mehr als 200 Euro.

Auch auf den Trödelmärkten stellte das Ordnungsamt mehr als 20 Verstöße, vor allem gegen das Ladenöffnungs- und Jugendschutzgesetz sowie gegen die Gewerbeordnung fest. Einige Händler boten zu viel Neuware oder DVDs und Spiele an, die erst ab 18 Jahren zugänglich sein sollen. Manche verkauften auch Uhren, Handys, Werkzeuge, Taschen und Kleidung in Massen. Sie mussten einpacken und teilweise Bußgelder zahlen. "Wenn wir noch den Trödel auf dem Parkplatz des Schuhcenters kontrolliert hätten, hätten zwei Drittel der Händler dort einpacken können. Dort wird viel Neuware verkauft", sagte Maack.

Doch für diesen privaten Markt sei der Bezirk Mitte zuständig. Die Polizei kontrollierte die Personalien der Falschparker und Händler. Ein Mann wurde festgenommen. Gegen ihn lag ein Strafbefehl wegen unbezahlter Rechnungen vor.

Die Kontroll-Aktion soll kein Einzelfall bleiben, versicherte Maack. "Wir werden jetzt jedes Wochenende mit zwei Doppelstreifen präsent sein." Zudem wolle er sich mit dem Bezirksamt Mitte und der Polizei koordinieren, um Anwohner zu schützen. Heiko Röske findet gut, dass endlich etwas passiert: "Ich hoffe, dass das auch lehrreich ist."

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