Bahnhofsanierungen

Diese Berliner Bahnhöfe sollen modernisiert werden

Mehr Platz, mehr Licht, mehr Sauberkeit: Bis 2021 will die Bahn Bahnhöfe für knapp 600 Millionen Euro sanieren.

Am S-Bahnhof Schönhauser Allee  sollen eine Galerie in den Gewölben sowie neue Lichtkonzepte die Attraktivität und Sicherheit des Bahnhofs erhöhen. Kostenpunkt: 200.000 Euro

Am S-Bahnhof Schönhauser Allee sollen eine Galerie in den Gewölben sowie neue Lichtkonzepte die Attraktivität und Sicherheit des Bahnhofs erhöhen. Kostenpunkt: 200.000 Euro

Foto: Deutsche Bahn

Links und rechts der 588 Kilometer langen starren Schienenstränge quer durch Berlin geht die Deutsche Bahn (DB) neue Wege. „Es wird nicht nur sauberer auf Berlins Bahnsteigen und in den Bahnhofshallen, es wird für die Reisenden auch interessanter und informativer.“ Das kündigte Friedemann Keßler, der Verantwortliche der DB für die 133 Bahnhöfe in Berlin und die 308 in Brandenburg, am Mittwoch an. 560 Millionen Euro wird die Bahn bis zum Jahr 2021 dafür in Berlin und 104 Millionen Euro in Brandenburg ausgeben.

Die Bahnhöfe Warschauer Straße und Ostkreuz sind die bekanntesten Bauvorhaben in Berlin. Neben diesen gibt die Bahn für zahlreiche andere viel Geld aus:

Zoologischer Garten: Bis 2022 wird dort gebaut. Dann soll das Herz der City West attraktiver und vor allem für die täglich mehr als 100.000 Reisenden fahrgastfreundlicher sein. Geplant ist, die Umsteigemöglichkeiten zu verbessern. Im ersten Bauabschnitt investiert die Bahn dort 15 Millionen Euro.

Bahnhof Friedrichstraße: Noch in diesem Jahr werden im öffentlich zugänglichen Bereich die Deckenkonstruktion und die Beleuchtung erneuert. Bis Ende 2018 dann im nicht öffentlich zugänglichen Bereich. Kosten 8,2 Millionen Euro.

Bahnhof Schöneweide: Täglich steigen hier etwa 43.000 Reisende ein, aus oder um. Derzeit laufen die Arbeiten zur Vorbereitung des umfassenden Umbaus bis 2021 auf Hochtouren. 22 Millionen Euro investiert die Bahn dort.

Ostbahnhof: Ehrgeizig ist der Umbau beziehungsweise die Neugestaltung des Bahnhofes. Hier soll unter anderem die Dachkonstruktion saniert werden. 70 Millionen Euro sind dafür veranschlagt. Um das Vorhaben bei laufenden Zugbetrieb realisieren zu können, soll eigens von einem Hängegerüst aus gearbeitet werden. Baubeginn ist das 2. Halbjahr 2018, das Ende Anfang 2021.

Bahnhof Frankfurter Allee: Für das dritte Quartal 2017 kündigt die Bahn das Ende der Bauarbeiten am S-Bahnhof Frankfurter Allee an. Dann sollen die Bauzäune entlang der denkmalgeschützten Verkaufsräume in Nachbarschaft des Ring-Centers verschwinden. 3,4 Millionen Euro hat die Bahn dort investiert.

Bahnhof Karlshorst: Sieben Million Euro wird der Um- und Ausbau der Bahnsteige verschlingen. Die Arbeiten sollen im Frühjahr 2018 beginnen und im ersten Quartal 2029 beendet sein.

Bahnhof Marzahn: Von Herbst 2017 an werden dort bis 2019 3,4 Millionen Euro verbaut. Unter anderem wird die Fußgängerbrücke verlängert.

Neue Gestaltung gegen Vandalismus

Insgesamt 2,6 Millionen Euro gibt die Bahn jährlich für die Beseitigung von Vandalismusschäden an Bahnhöfen aus. Ein Beispiel für die Aufwertung unterirdischer Bahnhöfe und die Minderung von Vandalismus ist die Neugestaltung der Haltepunkte Nordbahnhof und Potsdamer Platz. Auf großflächigen Bildern wird dort beispielsweise die Berliner Geschichte nacherzählt, die Zeit der Teilung Berlins sowie das Fest der Wiedervereinigung.

Am S-Bahnhof Friedrichsfelde Ost begleiten Motive aus dem Tierpark die Fahrgäste auf ihrem Weg vom Bahnsteig zur Bus- oder auch Straßenbahnhaltestelle. „Bislang hatten wir dort mit Vandalismus zu kämpfen. Die Scheiben entlang der Fußgängerüberführung die täglich von etwa 26.000 Fahrgästen genutzt wird, wurden permanent zerkratzt und waren blind“, schildert Keßler die Anfang 2016 vorgefundene Situation. 20.000 Euro hat die DB dort in die Neugestaltung investiert. Die Scheiben wurden im Dezember 2016 mit bedruckter Folie, auf denen verschiedene Motive aus dem nahe gelegenen Tierpark zu sehen sind, überklebt.

Sanierungen werden vom Fahrgastverband gelobt

Im laufenden Jahr wird auch der S-Bahnhof Schönhauser Allee ein neues Antlitz erhalten. Geplant ist beispielsweise entlang des Bahnsteigs in den gemauerten Gewölben eine Art Galerie unterzubringen. Zudem sollen dort Lampen installiert werden. Dies erhöht die Sicherheit auf dem Bahnsteig. Insgesamt 200.000 Euro will sich die Bahn das kosten lassen. Darüber hinaus wird 2017 der Bahnhof Wannsee auf Vordermann gebracht. Dort werden wie auf den Bahnhöfen Landsberger Allee, Greifswalder Straße und Nöldnerplatz umfangreiche Malerarbeiten stattfinden, Graffitis beseitigt und die Beleuchtung erneuert. Lob für die ganzen Bemühungen gibt es vom Fahrgast-Verband Igeb: „Es ist richtig, in die Attraktivität der Berliner Bahnhöfe zum Wohl der Fahrgäste zu investieren“, so Igeb-Vertreter Florian Müller.

Ersatzteile für spezielle Rolltreppen vorrätig

Ein weiteres Problem ist die Funktionstüchtigkeit von Fahrstühlen und Rolltreppen. „Zu 97 Prozent funktionieren unsere Rolltreppen und Fahrstühle“, sagt Keßler. Doch wenn eine Rolltreppe beispielsweise an der Friedrichstraße ausfällt dann nutzen dem Fahrgast die 97 Prozent auch nichts. Daher sind für die Rolltreppen im Hauptbahnhof und auch dem Bahnhof Friedrichstraße Ersatzteile vorrätig eingelagert. Hierdurch verspricht sich die Bahn bei notwendigen Reparaturen die Stillstandszeiten wesentlich zu verkürzen. Zudem werden noch in diesem Jahr im Bahnhof Jungfernheide die Aufzüge erneuert. Für die Reinigung des Glasdaches auf dem Bahnhof Spandau hat die Bahn eine eigene Glasreinigungsmaschine bauen lassen. Damit kann dann regelmäßig das riesige Dach gereinigt werden. Kostenpunkt: 70.000 Euro.