BER-Anbindung

Gericht entscheidet über Trasse der Dresdner Bahn

Die Anwohner-Klagen gegen die Dresdner Bahn werden am 14. Juni in Leipzig verhandelt.

Strecke: Die Dresdner Bahn würde Lichtenrade einmal durchschneiden

Strecke: Die Dresdner Bahn würde Lichtenrade einmal durchschneiden

Foto: euroluftbild.de/Robert Grahn / Euroluftbild.de/Robert Grahn

Wann bekommt der neue Hauptstadtflughafen BER seine schnelle Bahnanbindung? Und vor allem: Wie wird sie gebaut? Antworten auf diese Fragen könnte es in knapp drei Wochen geben. Denn am 14. Juni wird das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig über den Ausbau der Bahnstrecke zwischen Südkreuz und Blankenfelde verhandeln.

Bereits seit fast 20 Jahren plant die Deutsche Bahn den Wiederaufbau der unter dem Namen Dresdner Bahn bekannten Fernbahnstrecke. Die Gleisverbindung war nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs teilweise demontiert, nach dem Mauerbau dann ganz stillgelegt worden. Nur die S-Bahn fährt noch über die ab Lichtenrade eingleisige Strecke. Umstritten ist vor allem die Bauausführung des 2,5 Kilometer langen Abschnitts im Berliner Südwesten. Die Bahn plant dort eine weitgehend ebenerdige Trasse parallel zur S-Bahn. Die Anrainer sollen durch bis zu sechs Meter hohe Wände vor dem Lärm der Züge, darunter der im Viertelstundentakt geplante Airport-Express zum BER, geschützt werden. Nach langem Hin und Her hat das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) im November 2015 die Baupläne der Bahn genehmigt. Die Bundesvereinigung gegen Schienenlärm und mehrere Anwohner haben dagegen Klage eingereicht.

Die Bürgerinitiative Dresdner Bahn (BI) in Lichtenrade kämpft seit Langem vehement gegen die Bahnpläne. Sie befürchtet, dass die ebenerdige Trasse den Ortsteil zerschneidet und damit die Lebensqualität der Lichtenrader erheblich verschlechtert. Gefordert wird von der BI ein unterirdischer Ausbau, möglichst im Tunnelvortrieb. Dadurch sollen die Belastungen der Anwohner während der auf mindestens fünf Jahre veranschlagten Bauarbeiten möglichst klein gehalten werden.

Die Bahn und der Bund als Geldgeber lehnen die Tunnelbauweise aus Kosten- und Zeitgründen bisher ab. Die Bahn hat sich aber verpflichtet, bis zu einer Entscheidung der Bundesrichter keine vollendeten Tatsachen zu schaffen. Zwar laufen erste Ausschreibungen für das mit mehr als 600 Millionen Euro veranschlagte Bauprojekt, doch konkret gebaut wird noch nicht

Während die meisten Politiker aus dem Bezirk die Forderungen der BI unterstützen, blieb der Senat in seiner Position uneinheitlich. Die alte SPD-CDU-Koalition vereinbarte zwar, sich für die Tunnellösung einzusetzen. Der damalige Verkehrssenator Andreas Geisel (SPD) sprach sich dann jedoch für die ebenerdige Variante aus. Im aktuellen Regierungsvertrag steht, dass die ÖPNV-Anbindung des BER einschließlich der Dresdner Bahn für die Koalition "hohe Priorität" hat, mehr aber nicht. Die CDU-Fraktion forderte daher, dass sich der Senat gegenüber der Bahn und dem Bundesverkehrsministerium klar und unmissverständlich für eine Tunnellösung für die Dresdner Bahn in Lichtenrade einsetzt.

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