Berlin

Lichtskulptur: Hochlaterne vor dem Upper West

Berlin.  Es ist mehr ein Leuchtturm als eine Laterne, was da seit Montagnacht vor dem „Upper West“-Hochhaus in Charlottenburg strahlt. 16 Meter hoch ist das Kunstwerk in der City West. Im überdimensionierten Gehäuse der Gaslaterne fänden zwei Menschen stehend Platz. „Das Werk wird der Relevanz des Ortes gerecht“, sagte Thomas Hohwieler, Geschäftsführer des Bauherrn Strabag Real Estate, bevor das Kunstwerk mit dem Titel „Lesser“ gegen 21.30 Uhr zum ersten Mal angeschaltet wurde.

600.000 Euro kostete die „größte Gaslaterne der Welt“. So bezeichnet sie ihr Schöpfer, der Künstler Olaf Nicolai. Mit diesem Namen – eine Hommage an den impressionistischen Maler Lesser Ury – und mit der Form, wollte Nicolai auf die Urbanisierung des 19. Jahrhunderts anspielen und diese mit dem Berlin des 21. Jahrhundert konterkarieren. „Größe zählt heute anscheinend“, sagte Nicolai in ironischer Anspielung auf das neue Berliner Stadtbild, das durch Hochhaustürme wie das Upper West oder das mit seinen 118,8 Metern exakt gleichhohe Nachbarhaus Zoofenster geprägt wird. Er will vor allem eins: den öffentlichen Raum mit Kunst lebendig halten.

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