Wohnungsbau

Am Friedrichshainer Osthafen entstehen 161 Luxus-Wohnungen

Bauwerk Capital realisiert mit „Wave“ 161 Luxus-Wohnungen nach Entwürfen der Berliner Star-Architekten „Graft“ am Osthafen.

„Wave“ heißt das Bauprojekt für 161 Wohnungen am Friedrichshainer Spreeufer von der Bauwerk Capital GmbH & Co. KG nach einem Entwurf von Graft Architekten

„Wave“ heißt das Bauprojekt für 161 Wohnungen am Friedrichshainer Spreeufer von der Bauwerk Capital GmbH & Co. KG nach einem Entwurf von Graft Architekten

Foto: Bauwerk Capital GmbH & Co. KG

Von vorn betrachtet sieht ein Haus meist anders als von hinten aus. Dieser alte Spruch trifft im besten, zumal zeitgenössischen Sinne auch auf ein neues Wohnungsbauprojekt zu, das am Dienstag in Friedrichshain Grundsteinlegung feierte - und sich von beiden Seiten wirklich auch ganz unterschiedlich zeigt.

"Wave" lautet der eingängige Name des zweiteiligen Gebäudekomplexes mit 161 Eigentumswohnungen, das die Münchener Bauwerk Capital GmbH & Co. KG auf einem der letzten freien Areale am Osthafen realisiert. Der Name der beiden Häuser mit direkter Wasserlage an der Spree entspricht denn auch der wie eine Welle leicht geschwungenen Architektur der im Inneren geöffneten Baukörper sowie der Balkone und Terrassen zur Wasserseite hin.

Die Wohnungen sollen teilweise Sicht auf den Fernsehturm haben

Der Entwurf der international angesagten Planer des Berliner Büros von Graft Architekten kommt am Spreeufer quasi als "Graft-voller" Wellenschlag daher. Zur Straßenseite hin, an der stark befahrenen Stralauer Allee, hingegen ist die Fassade alles andere als geschwungen, sondern eher klar und kantig.

"Eine mutige und ambitionierte Architektur", sagt Jürgen Schorn, Mitbegründer und Geschäftsführer des Immobilien-Unternehmens bei der Präsentation des Projektes am Dienstag voller Stolz. Mit mutig meint Schorn das Zusammenspiel aus Wellenschlag und klarer Linie. Letztere präsentieren die Häuser zur Straßenseite hin an der Stralauer Allee. An der stark befahrenen Bundesstraße in Friedrichshain zeigen die Architekten Lars Krückeberg, Thomas Willemeit und Wolfram Putz betont klare Kante: hier prägen herausragende schräge Erker die Fassade, die wie der Planer Wolfram Putz erläutert, auch Ausblicke gen Fernsehturm am Alexanderplatz ermöglichen sollen.

Der Bootsanlegesteg ist genehmigt - Ein Wassertaxi könnte noch kommen

Die Bewohner der Sonnen- und Wasserseite hingegen können das Muskelspiel der weltbekannten Skulptur von den Molecule-Men in der Spree beobachten. Als besonderes "Highlight" preist Schorn den geplanten 50 Meter langen Bootsanlegesteg an, für den die Immobilien-Dienstleister bereits die Genehmigung erhalten haben.

Sollte das in Berlin schon seit Jahren angedachte Projekt eines Wassertaxis realisiert werden, können die Anwohner der Häuser Stralauer Allee 13-14 vom eigenen Steg aus mit dem Wasser-Taxi in die City. Doch das ist derzeit noch Zukunftsmusik.

Konkret hingegen sind die Planungen für die moderne und letztlich auch kostspieligere Variante eines "Schrebergartens" auf dem Dach. Während die Käufer der luxuriösen Penthousewohnungen über einen eigenen Dachgarten von etwa 100 Quadratmeter verfügen können, sollen auch die Bewohner anderer Wohnungen kleinere private "Schollen", wie Geschäftsführer Schorn die Flächen bezeichnet, von 26 bis 55 Quadratmeter Größe zu erwerben. Den Preis dafür konnte Schorn am Dienstag allerdings noch nicht beziffern. "Ich kann nur so viel sagen, es wird ein Bruchteil des sonstigen Quadratmeter-Preises sein", betonte Schorn. Darüber hinaus soll es auch Dachgartenflächen zur allgemeinen Nutzung aller Bewohner geben.

Penthouse mit Dachgarten für 4,5 Millionen Euro

Die Wohnungen selbst haben, wen wundert es bei dieser Lage und der besonderen Architektur, auch ihren Preis. So kostet bereits eine 43 Quadratmeter kleine Zweizimmerwohnung im zweiten Stock 279.000 Euro, eine 125 Quadratmeter große Dreizimmerwohnung 1,19 Millionen Euro und das knapp 300 Quadratmeter große Penthouse mit Zugang zum eigenen Dachgarten 4,5 Millionen Euro. Die Nebenkosten werden pro Quadratmeter mit 3,50 bis 4,50 Euro kalkuliert.

Bislang seien bereits 40 Prozent der Wohnungen reserviert oder verkauft. Bis zum Sommer rechne man mit einem Verkauf von 50 Prozent der Immoblien, so Schorn.

Angesprochen auf das Thema Gentrifizierung durch solche Luxuswohnungen und den möglichen Protest von Gegnern der Vertreibung alteingesessener Bewohner, antwortete Jürgen Schorn: "Wir vertreiben ja keine Bewohner aus ihren Gebäuden, sondern schaffen etwas Neues."

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