Umstrittener Entwurf

Müller bekennt sich zum Einheitsdenkmal für Berlin

Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) stellt sich gegen die Linke-Senatoren - und bekennt sich zum Entwurf.

Der Entwurf für das geplante Einheitsdenkmal

Der Entwurf für das geplante Einheitsdenkmal

Foto: dpa Picture-Alliance / Milla & Partner / picture alliance / dpa

Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) hat sich dafür ausgesprochen, das geplante Freiheits- und Einheitsdenkmal neben dem künftigen Humboldt Forum zu errichten. In einem Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst bekannte er sich zum Entwurf „Bürger in Bewegung“ des Stuttgarter Planungsbüros Milla & Partner. „Man macht es nicht besser, und die Diskussion wird eher unwürdiger, wenn man sie immer wieder von Neuem führt“, sagte Müller. Thomas Oppermann, SPD-Fraktionschef im Bundestag, begrüßte die Äußerung. „Jetzt muss die Realisierung angepackt werden“, erklärte er über den Kurznachrichtendienst Twitter. Müller sagte auch, die friedliche Revolution in der DDR und der Mauerfall seien ein „Glücksfall der Geschichte, der zu würdigen ist“. Zugleich räumte er ein, dass er sich „eine offenere Diskussion“ über Standort und Gestaltung des Denkmals gewünscht hätte.

Damit positionierte sich der Regierende Bürgermeister erstmals öffentlich für den Entwurf von Milla & Partner und stellte sich zugleich gegen Kultursenator Klaus Lederer und Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher. Beide Linke-Politiker hatten sich gegen das Denkmal in Gestalt einer begehbaren Waage und den geplanten Standort ausgesprochen.

Der Bundestag soll seinen Beschluss zum Denkmal bekräftigen

2007 hatte der Bundestag beschlossen, dass ein Freiheits- und Einheitsdenkmal gebaut werden soll, ein Jahr später wurde die Schlossfreiheit als Standort ausgewählt. Im April 2011 setzte sich in einem Wettbewerb das Planungsbüro Milla & Partner mit seinem Entwurf durch. Doch der Haushaltsausschuss des Bundestages stoppte im Frühjahr 2016 den Bau der begehbaren Waage, weil die Kosten angeblich von elf auf 14,6 Millionen Euro gestiegen waren.

Im November 2016 stellten die Haushälter dann allerdings 18,5 Millionen Euro für die Rekonstruktion der Kolonnaden des Kaiser-Wilhelm-Denkmals bereit. Nach Kritik am Vorgehen des Ausschusses erklärten die Fraktionschefs von CDU und SPD Ende Februar, das Denkmal solle gebaut werden. Nun soll mit einem formellen Antrag der Bundestag seinen Beschluss für das Denkmal nochmals bekräftigen. Voraussichtlich wird er Ende Mai, Anfang Juni im Bundestag beraten. Ziel ist, die „Bürger in Bewegung“ bis zum 30. Jahrestag des Mauerfalls am 9. November 2019 fertigzustellen. Dafür soll das Geld verwendet werden, das für die Rekonstruktion der Kolonnaden bewilligt wurde.

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