Grimme Online Award 2017

Berliner Morgenpost mit Datenjournalismus-Projekt nominiert

„Es war nicht immer der Osten“ zeigt, wo Deutschland seit 1990 rechts wählt - und unterzieht geläufige Thesen einem Faktencheck.

Die Berliner Morgenpost ist für ihr Datenjournalismus-Projekt „Es war nicht immer der Osten - Wo Deutschland rechts wählt“ für den Grimme Online Award 2017 nominiert worden. Das gab die Nominierungskommission am Dienstag in der Universität zu Köln bekannt.

Die interaktive Anwendung zeigt, wo Deutschland seit der Wiedervereinigung rechts wählt - und unterzieht geläufige Thesen einem Faktencheck. Bereits im vergangenen Jahr hat das Interaktiv-Team der Morgenpost einen Grimme Online Award gewonnen. Laut Jury handelt es sich um „gern gesehene Wiederholungstäter“.

Aus rund 1200 Einreichungen haben es 28 Projekte ins Finale geschafft. Aus dieser engen Auswahl ermittelt die Jury nun bis zu acht Preisträger in vier Kategorien. Die Berliner Morgenpost konkurriert in der Kategorie Information mit fünf weiteren Angeboten.

Ebenfalls in der Kategorie „Information“ nominiert ist unter anderem der WDR für sein Projekt „Ihre Wahl – der WDR-Kandidatencheck“, die „Neue Westfälische Zeitung“ mit der Webreportage „Ein Jahrhundertprojekt – die A30-Nordumgehung“ und der Bayerische Rundfunk mit seiner Auswertung zum Thema „Lifestyle-Doping – die Männerdroge Testosteron“.

Parallel zu der Arbeit der Jury ist auch das Netz-Publikum gefragt: Bis einschließlich 22. Juni 2017 kann jeder Internetnutzer für den Publikumspreis abstimmen unter: www.grimme-online-award.de/voting. Wer wirklich gewonnen hat, steht am 30. Juni fest, wenn die Grimme Online Awards in der Kölner Flora vergeben werden.

Detaillierte Karte und Faktencheck zu rechten Wählern

Mit dem nun nominierten Projekt stellt die Berliner Morgenpost auf einer interaktiven Karte detailliert das Zweitstimmen-Ergebnis in den Wahllokalen von rechtsextremen und rechtspopulistischen Parteien bei den Bundestagswahlen seit 1990 dar - erstmals vergleichbar für die rund 11.000 Gemeinden Deutschlands und im Zeitverlauf.

Die Karte wird ergänzt durch eine Grafik mit den aktuellsten Umfrage-Ergebnissen. Der begleitende Text ordnet die Kartenansichten ein. Eine kurze Videoreportage bietet Einsichten in eine der rechten Hochburgen. “Wo die wenigsten Ausländer leben, wird am stärksten rechts gewählt” oder “Auf dem Land wird eher rechts gewählt”- so lauten geläufige Aussagen. Was wirklich an diesen und anderen Thesen dran ist, wird im Analyseteil der Anwendung statistisch überprüft.

Unter Merkel sind die meisten Gegenden nach rechts gerückt