Vattenfall-Tochter

Stromnetz Berlin verdiente 2016 fast 90 Millionen Euro

Während die Vattenfall-Tochter fast 90 Millionen Euro an den Mutterkonzern abführt, werden 209 Millionen Euro in das Netz investiert.

Der Chef von Stromnetz Berlin betonte, dass sein Mutterkonzern Vattenfall trotz der unsicheren Zukunft bei Unterhalt und Erweiterung des Netzes nicht sparen werde

Der Chef von Stromnetz Berlin betonte, dass sein Mutterkonzern Vattenfall trotz der unsicheren Zukunft bei Unterhalt und Erweiterung des Netzes nicht sparen werde

Foto: Joerg Sarbach / AP

Das Berliner Stromnetz GmbH hat im vergangenen Jahr 89 Millionen Euro an ihren schwedischen Mutterkonzern Vattenfall abgeführt. Das sagte Stromnetz-Chef Thomas Schäfer am Mittwoch bei der Vorlage der Zahlen für 2016. Gleichzeitig seien 209 Millionen Euro in das Netz investiert worden. "Vattenfall kriegt weniger Geld als es uns gibt für Investitionen", sagte Schäfer.

Der Manager wollte mit dieser Aussage dem Eindruck entgegentreten, dass sich Vattenfall mit dem Betrieb des Berliner Stromnetzes die Kassen fülle. Das ist ein Argument für eine Rekommunalisierung des Netzes, wie sie sich die Berliner rot-rot-grüne Koalition zum Ziel gesetzt hat. Das Vergabeverfahren für die Konzession ist nach nunmehr sechs Jahren vor Gericht gelandet.

Vattenfall fordert, einige Vergabekriterien und deren Bewertung überprüfen zu lassen. Diese Klage ist unabhängig davon, ob nach einem späteren Zuschlag eine weitere Klage gegen die Vergabeentscheidung eingeht oder nicht. Neben Vattenfall bewerben sich die landeseigene Berlin Energie und die Genossenschaft Bürger Energie um den Netzbetrieb der kommenden zehn Jahre.

Schäfer betonte, dass sein Mutterkonzern Vattenfall trotz der unsicheren Zukunft bei Unterhalt und Erweiterung des Netzes nicht sparen werde. "Egal was passiert, wir investieren weiter ins Netz, weil das Netz das braucht", sagte der Stromnetz-Chef. Etwas mehr als die Hälfte der Summe werde für die Erhaltung der Anlagen eingesetzt, der Rest für den Ausbau des Netzes und die Anforderungen der Energiewende, die ein flexibleres Netz erforderlich mache. Schäfer räumte aber ein, dass es angesichts der unsicheren Lage nicht einfach sei, beim Mutterkonzern in Stockholm Investitionsmittel zu bekommen.

Für Vattenfall droht aber kein Verlustgeschäft. Investitionen werden langfristig über die von der Bundesnetzagentur genehmigten Netzentgelte refinanziert.

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