Berlin

Berliner AfD wählt Kandidaten für Bundestagswahl

Einer der Kandidaten sitzt bereits im Berliner Abgeordnetenhaus - und will „der Auflösung Deutschlands Einhalt gebieten“.

Die Berliner AfD-Landesvorsitzenden Beatrix von Storch und Georg Pazderski

Die Berliner AfD-Landesvorsitzenden Beatrix von Storch und Georg Pazderski

Foto: Paul Zinken / dpa

Das Kandidaten-Team der Berliner AfD für die Bundestagswahl steht. Nachdem die Parteimitglieder auf der Wahlversammlung im brandenburgischen Ort Paaren am Sonnabend die EU-Parlamentarierin und Landesvorsitzende Beatrix von Storch als Spitzenkandidatin wählten, stehen nun auch die übrigen Kandidaten fest. Auf Listenplatz zwei wurde mit Gottfried Curio das einzige Mitglied der AfD-Fraktion im Abgeordnetenhaus auf einen aussichtsreichen Listenplatz gewählt. In seiner Bewerbungsrede forderte der Physiker „der Auflösung Deutschlands Einhalt zu gebieten“.

Chancen auf ein Bundestagsmandat könnte – je nach Wahlergebnis – auch der frühere Partei-Vize Götz Frömming haben, der als Vertreter des wirtschaftsliberalen Flügels gilt. Für eine Überraschung sorgte Birgit Malsack-Winkemann. Die Richterin war bisher kaum aufgefallen, landete aber auf Listenplatz vier. Ihre Chancen, damit in den Bundestag einzuziehen, werden aber als eher gering eingeschätzt. Noch schwerer hat es auf Platz fünf der einstige Vize-Chef der „Bild am Sonntag“, Nicolaus Fest. Als großer Verlierer gilt in Parteikreisen der auf Platz sechs gewählte Hans-Joachim Berg, der als Strippenzieher des national-konservativen Lagers gilt.

Erneut gab es versuchten Wahlbetrug bei der AfD

Bei der Wahl der weiteren Listenplätze gab es den Versuch eines Wahlbetrugs. Wie AfD-Sprecher Ronald Gläser auf Anfrage bestätigte, wurden in einer Urne zwei ineinander gefaltete Wahlzettel mit der gleichen Handschrift gefunden. Der Wahlgang wurde wiederholt. Einen Wahlbetrug hatte es in der Berliner AfD, festgestellt durch das Urteil eines Parteigerichts, bereits bei der Wahl des Parteivorstands vor rund einem Jahr gegeben.

Von Storch hatte als Bewerberin für Platz eins nur 67 Prozent erzielt. Die „turbulente Zeit“, sagte sie offenbar als Anspielung auf die Diskussion über den Parteiausschluss des AfD-Rechtsaußen Björn Höcke, sei offenbar auch an ihr „nicht spurlos“ vorbeigegangen. Ihr Ergebnis wertete die 45-Jährige als „Ausdruck von Unmut“. Ihr wichtigstes Thema sei „der Umgang mit dem Islam“. Daran entscheide sich „unser Schicksal“.

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