Verkehrsunfallstatistik

Die Zahl der Unfälle in Berlin ist leicht gestiegen

Im vergangenen Jahr gab es in Berlin einen leichten Anstieg der Unfallzahlen. Das geht aus der Verkehrsunfallstatistik für 2016 hervor.

Ein Verkehrsunfall auf der Köpenicker Landstraße im Juni 2016

Ein Verkehrsunfall auf der Köpenicker Landstraße im Juni 2016

Foto: schroeder

Alle vier Minuten kommt es auf Berlins Straßen zu einem Unfall, alle 12 Stunden verunglückt ein Kind und alle sechs Tag stirbt ein Mensch – das sagt die Unfallstatistik aus, die Polizei und Senat am Freitag vorstellten.

Insgesamt registrierte die Behörde 141.155 Unfälle, 2,5 Prozent mehr als 2015. Gestiegen ist auch die Zahl der Unfalltoten (56), einen leichten Rückgang gab es hingegen bei den Verletzten. 2016 wurden 15.252 Verkehrsteilnehmer leicht und 2.086 schwer verletzt. Bei beiden Gruppen stellte dies einen leichten Rückgang gegenüber dem Vorjahr dar.

Unter den 56 Unfalltoten waren 21 Fußgänger, 17 Radfahrer, zehn Motorradfahrer und acht Autofahrer. Damit waren Fußgänger und Zweiradfahrer wie schon in den Jahren zuvor die am häufigsten betroffenen Gruppen unter den Verkehrsteilnehmern. 56 Tote, das ist die höchste Zahl seit zehn Jahren. Im bundesweiten Vergleich sind die Verkehrsteilnehmer in Berlin – bemessen an der Anzahl der Einwohner - allerdings dem geringsten Risiko ausgesetzt, im Straßenverkehr getötet zu werden, sagte Polizeipräsident Klaus Kandt

Zu den Hauptunfallursachen gehörten auch im vergangenen Jahr wieder Rotlichtverstöße und Geschwindigkeitsüberschreitungen. Weitere häufige Ursachen waren Fehler beim Abbiegen und ungenügender Abstand zum voranfahrenden Fahrzeug. Der volkswirtschaftliche Gesamtschaden liegt bei 1,32 Milliarden Euro.

Hauptrisikogruppen unter den Verkehrsteilnehmern waren junge Erwachsene zwischen 18 und 24 Jahren (14.820 mal beteiligt) und Senioren über 65 Jahre (16.241 mal beteiligt).

Die meisten Unfälle (404) gab es in Kreuzberg im Bereich Skalitzer Str./Schlesische Str./ Oberbaumstr., gefolgt vom Ernst-Reuter-Platz (334) und dem Theodor-Heuss-Platz (285), beide in Charlottenburg. Zu den meisten Unfällen mit Personenschaden kam es am Theodor-Heuss-Platz (28 Unfälle mit 29 Verletzten), auf den Plätzen dahinter rangieren der Bereich Hasenheide/Hermannstraße (27 Unfälle, 41 Verletzte) und das Frankfurter Tor (26 Unfälle, 31 Verletzte).

Polizei kämpft gegen Raser und PS-Protze

Im Zusammenhang mit der Hauptunfallursache Geschwindigkeitsüberschreitung sagte Kandt, die Polizei führe bereits seit 2015 zahlreiche Einsätze durch, um dem Phänomen der sogenannten Profilierungsfahrer (Raser), die mit lautem Motorgeräusch unter Missachtung der Verkehrsregeln mit großen PS-starken Pkw auf sich aufmerksam machen, zu begegnen.

Nach dem Tauentzien-Unfall, deren Verursacher Anfang der Woche wegen Mordes verurteilt wurden, hat die Polizei ihre Überprüfungen neben dem Ku-Damm und der Tauentzienstr. noch an weiteren Hotspots verstärkt und dabei zahlreiche Verstöße festgestellt und geahndet. Die über 600 Kontrolleinsätze, 7500 kontrollierten Kraftfahrzeuge, die annähernd 3000 Anzeigen unterschiedlichster Art und über 300 zur Erstellung eines technischen Gutachtens sichergestellte Fahrzeuge waren die Folge von technischen Mängeln am Kfz oder mangelnder persönlicher Eignung der Kraftfahrer.

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