Aktuelle Statistik

Arzt in Charité erschossen - für Senat ein „Arbeitsunfall“

Im Benjamin-Franklin-Krankenhaus in Steglitz erschoss im Juli 2016 ein Patient einen Arzt

Im Benjamin-Franklin-Krankenhaus in Steglitz erschoss im Juli 2016 ein Patient einen Arzt

Foto: Wolfgang Kumm / dpa

Die Zahl der Arbeitsunfälle ist 2016 gestiegen. Dass der Fall des erschossenen Arztes in der Statistik auftaucht, ist jedoch bizarr.

Bei Arbeitsunfällen in Berlin sind im vergangenen Jahr mindestens acht Menschen ums Leben gekommen. Das teilte die Senatsverwaltung für Arbeit auf Anfrage der dpa mit. Außerdem kam es zu einem Arbeitsunfall mit einem Schwerverletzten. 2015 hatte es drei dokumentierte tödliche Arbeitsunfälle in Berlin gegeben, zudem waren bei fünf weiteren Unfällen sechs Menschen schwer verletzt worden, etwa durch Knochenbrüche bis hin zum Verlust einer Hand.

Der Senat führt in der Statistik auch den Arzt der Charité, den ein Patient im Juli 2016 im Krankenhaus erschossen hatte. Dabei handelte es sich jedoch nicht um einen Arbeitsunfall im klassischen Sinne.

Arzt erschossen: Möglicherweise eine Verzweiflungstat

Zu den meisten Unfällen kommt es den Angaben zufolge nach wie vor auf und in der Nähe von Baustellen. Sieben der acht Toten des Jahres 2016 starben aufgrund unzureichend gesicherter Lasten, Abstürzen von Baugerüsten und bei Arbeiten mit Bauschutt. Einer der Verunglückten etwa stürzte beim Fensterputzen mehr als sechs Meter in die Tiefe. Die 2016 schwer verletzte Person war vermutlich von einer Treppe auf einer mobilen Brecheranlage gestürzt und hatte sich dabei beide Arme gebrochen.

( BM/dpa )