Zu Haftstrafe verurteilt

Autobrandstifter wollte Verdacht auf linke Szene lenken

Ein 27-Jähriger muss für zweieinhalb Jahre ins Gefängnis. Er versuchte, Autos anzuzünden und die Taten der linken Szene anzulasten.

Der wegen Brandstiftung angeklagte Marcel G. vor Gericht

Der wegen Brandstiftung angeklagte Marcel G. vor Gericht

Foto: Paul Zinken / dpa

Ein Autobrandstifter ist nach Anschlägen auf drei Fahrzeuge in Berlin zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Der einschlägig vorbestrafte 27-jährige Marcel G., der sich als Antifa-Aussteiger bezeichnete, hatte erklärt, er habe die Tat der linken Szene in die Schuhe schieben wollen - aus Rache. Das Landgericht sprach ihn am Donnerstag der versuchten Brandstiftung schuldig. Der Angeklagte habe in Lichtenberg Grillanzünder auf Reifen deponiert und angezündet. Weil Polizisten die Flammen löschen konnten, sei der Schaden mit 1300 Euro gering geblieben.

Der 27-Jährige hatte in dem Prozess gesagt, er habe gehofft, die Taten würden der linken Szene angelastet. Im Urteil hieß es: „Es ist wahrscheinlich, dass sich der Angeklagte für schlechte Behandlung durch Personen aus der linken Szene rächen wollte.“ Der Mann hatte bis November 2015 eine Strafe von zwei Jahren Haft wegen ähnlicher Taten in Hamburg verbüßt. Acht Monate nach der Haftentlassung wurde er in Berlin rückfällig.

Er habe nach der Entlassung aus dem Gefängnis zunächst Anschluss bei Bekannten rund um das linksalternative Hausprojekt Rigaer Straße 94 im Stadtteil Friedrichshain gesucht, sagte der Angeklagte. Man habe ihn aber für einen Verräter gehalten. Er sei von der linken Szene „regelrecht gejagt“ worden. „Ich bin dann ausgestiegen, habe Leute aus der Bärgida-Szene kennen gelernt und an deren Veranstaltungen teilgenommen.“

Es war 23.53 Uhr, als er in der Nacht zum 6. Juli 2016 im Stadtteil Lichtenberg ein Stück Grillanzünder auf einem Hinterreifen eines Lastwagens sowie auf Reifen zweier Autos legte und mit einem Sturmfeuerzeug anzündete. „Nur durch einen Zufall ist es nicht zur Vollendung der Tat gekommen“, sagte der Vorsitzende Richter. Der Angeklagte habe gestanden und ehrliche Reue gezeigt, hieß es weiter im Urteil. Strafschärfend aber würden sich seine Vorstrafen auswirken.

Die Staatsanwältin hatte eine Haftstrafe von drei Jahren gefordert. Der Verteidiger plädierte auf maximal zwei Jahre Gefängnis. Der Angeklagte nahm das Urteil an und verzichtete auf Rechtsmittel.