Prenzlauer Berg

80-Jähriger lag zerstückelt in Tiefkühltruhe in Berlin

Der Leiche war zerstückelt worden und könnte bereits zehn Jahre in der Gefriertruhe gelegen haben. Ein Verdächtiger wurde festgenommen.

In einer Hochparterrewohnung des Hauses wurde die Leiche gefunden

In einer Hochparterrewohnung des Hauses wurde die Leiche gefunden

Foto: Steffen Pletl

Die Nachbarn erinnern sich noch gut – dabei ist es schon lange her, dass sie Heinz N. zuletzt gesehen haben. Der 80-Jährige sei rüstig gewesen, habe oft gelacht und sei für seine weißen Turnschuhe bekannt gewesen, berichtet ein Nachbar der Berliner Morgenpost. Nun die schockierende Nachricht: Die Berliner Polizei fand die Leiche von Heinz N. – zerstückelt in der Tiefkühltruhe seiner Wohnung an der Hosemannstraße in Prenzlauer Berg. Wie die Polizei mitteilte, habe die Leiche dort vermutlich seit mindestens zehn Jahren gelegen.

Nach Informationen der Berliner Morgenpost wurde der Tote bereits am Montagabend vergangener Woche entdeckt. Feuerwehr und Polizei wurden von einem Hausbewohner zur Wohnung gerufen. Die Rettungskräfte brachen die Tür auf und entdeckten den 80-Jährigen in der Tiefkühltruhe. Bei der rechtsmedizinischen Untersuchung in der Charité kam heraus, dass der Mann Opfer eines Tötungsdeliktes geworden war.

Geld vom Konto des Opfers abgehoben

Die Fahnder stellten bereits nach wenigen Stunden fest, dass noch regelmäßig Geld vom Konto des 80-Jährigen abgehoben wurde – zuletzt im Dezember und Anfang Januar. Die Polizei kontaktierte daraufhin die Bank und sicherte Videoaufnahmen. Gleichzeitig wurde die Wohnung des Getöteten observiert. Das soll auch der Grund gewesen sein, warum man in dem Fall nicht öffentlich gefahndet habe, sagte ein Polizeisprecher. Einen Tag nach dem Fund bemerkten die Beamten im Umfeld des Toten einen Mann, der dem Unbekannten von den Videoaufnahmen aus der Bank ähnlich sah, und nahmen ihn fest. Bei dem 55-Jährigen, der das Opfer auch gekannt haben soll, fanden die Ermittler persönliche Gegenstände des Rentners. Am Mittwoch erließ ein Richter Haftbefehl gegen den Mann.

Warum die Rentenbehörde den Tod nicht bemerkt hat

Opfer Heinz N. wurde offenbar im Oktober 2006 das letzte Mal lebend gesehen. „Ich bin im Frühjahr 2006 hier eingezogen. Dann habe ich den betagten Mann nur einmal gesehen“, sagte ein Mieter des dreigeschossigen Wohnhauses. Eine Nachbarin berichtete, ihr sei zu Ohren gekommen, dass der Rentner nach Dresden gezogen sei.

Unterdessen erheben einzelne Bewohner Vorwürfe gegen Polizei und Vermieter. Seit Jahren habe man sich bei der Wohnungsgenossenschaft über den Gestank, der aus der Wohnung drang, beschwert. Am Montag vor einer Woche war einem der Mieter dann der Kragen geplatzt. „Ich habe nicht gezählt, wie oft ich die Polizei angerufen habe. Ein weiteres Mal habe ich es probiert, dann endlich sind Feuerwehr und Polizei gegen 18 Uhr hier im Haus erschienen und haben die Wohnung geöffnet“, sagte der Mieter. Seine Vermutung, die er bereits vor drei Jahren gegenüber der Polizei angegeben haben will, habe sich schließlich bestätigt.

Hoher Stromverbrauch, aber niemals Licht

„Mich wunderte der hohe Stromverbrauch, obwohl ich hier niemals Licht gesehen habe“, sagte der Nachbar. Zudem habe es permanent aus der Wohnung gestunken. Der Briefkasten soll jedoch regelmäßig geleert worden sein. Andere Personen habe der Nachbar nicht gesehen. Die Frau von Heinz N. ist schon lange tot. Offenbar gab es keine Angehörigen.