Bildungssenatorin Scheeres

Mehr Geld für Kampf gegen Gewalt an Berliner Schulen

Die Zahlen der Gewaltvorfälle an Schulen steigen seit Jahren. Daher stockt Bildungssenatorin Scheeres die Mittel für Prävention deutlich auf.

Sandra Scheeres (SPD), Senatorin für Bildung, Jugend und Familie, stellt das neue „Berliner Programm gegen Gewalt an Schulen“ vor.

Sandra Scheeres (SPD), Senatorin für Bildung, Jugend und Familie, stellt das neue „Berliner Programm gegen Gewalt an Schulen“ vor.

Foto: Paul Zinken / dpa

Der Senat baut seine Präventionspogramme gegen Gewalt an den Schulen aus. "Dazu werden die Prävention, Aufklärung, Anti-Gewalt- sowie Anti-Mobbing-Trainings und die schulische Mediation an den Schulen intensiviert", sagte Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD).

Insgesamt gibt das Land in diesem Jahr 25 Millionen Euro für Prävention gegen Gewalt an Schulen aus. Dazu kommen Mittel aus anderen Fördertöpfen, die nicht unmittelbar der Prävention dienen, aber ebenfalls Gewalt an Schulen eindämmen wollen. Deutlich ausbauen will die Schulsenatorin das "Stop-Programm", das sich mit Serienstraftätern an den Schulen beschäftigt. In diesem Jahr steht dafür mit 335.000 Euro doppelt so viel Geld zur Verfügung wie im vergangenen Jahr. Künftig will Scheeres dafür 800.000 Euro bis 1,2 Millionen Euro ausgeben. Dann soll auch die "kleine Gruppe junger unbegleiteter Flüchtlinge", die als Serientäter auffällig werden, besonders intensiv betreut werden, so Scheeres.

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Zahlen der Gewaltvorfälle an Schulen steigen

Insgesamt soll zielgenauer gegen Gewaltphänomene an Schulen vorgegangen werden, um das Klima an den Bildungseinrichtungen zu verbessern. Dazu gehört, dass die Statistik verbessert werden soll. Derzeit beklagen sich viele Schulen, dass die Meldebögen für Gewaltvorfälle zu kleinteilig und wenig aussagekräftig seien. So würden Taten die von Serientätern begangen werden, einzeln erfasst und einen falschen Eindruck erwecken.

Die Zahlen der Gewaltvorfälle an Schulen sind seit Jahren steigend. Im vergangenen Jahr registrierte die Bildungsverwaltung insgesamt 3737 Taten. Das bedeutet nach Angaben der Schulsenatorin jedoch nicht, dass die Gewalt zunimmt, sondern dass die Bereitschaft der Schulen gestiegen ist, Vorfälle zu melden. Laut Polizeistatistik nimmt die Zahl der von Kindern und Jugendlichen begangenen Straftaten seit Jahren ab. Bei den allermeisten von Berliner Schulen gemeldeten Taten handelt es sich um Beleidigungen, Drohungen und Tätlichkeiten. 2265 der 3737 gemeldeten Taten betreffen dieses Spektrum. Wie viele Täter dahinter stecken, ist allerdings unklar.

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