Fotoausstellung

Die Alte Philharmonie: Ein Provisorium für 62 Jahre

In der Philharmonie gibt es bis Ende Januar eine Fotoausstellung über ihre Vorgängerin in der Bernburger Straße.

Ausstellung im Foyer der "neuen" Philharmonie

Ausstellung im Foyer der "neuen" Philharmonie

Foto: ©Digitale Rekonstruktion: Michael Tillmann/Stiftung Berliner Philharmoniker / BM

Die Alte Philharmonie an der Bernburger Straße ist heute eine Legende. Nur ein paar Mauerreste am Studentenwohnheim und eine Bodenplatte auf der Straße erinnern an den Kulturort. Eine Ausstellung im Foyer der Philharmonie macht ihn mit Fotos und Filmen wieder lebendig. „In den gut 62 Jahren ihres Bestehens war die Alte Philharmonie die Heimat der Berliner Philharmoniker und der Hotspot im Berliner Leben“, erklärt der Philharmoniker-Intendant Martin Hoffmann bei der Vernissage.

Die erste Philharmonie war eine Rollschuhbahn

Die Philharmonie lag in Kreuzberg hinter einer unauffälligen Gründerzeitfassade im Hof verborgen. Ursprünglich war es eine Rollschuhbahn gewesen. Die Begeisterung der Berliner für diese Freizeitgestaltung ließ in den 1880er-Jahren nach, und so kamen die Besitzer auf die Idee, den großen Raum auch für Konzerte zu vermieten. Im Frühjahr 1882 machten sich Mitglieder der Bilseschen Kapelle selbstständig und gründeten das Berliner Philharmonische Orchester. Der Konzertagent Hermann Wolff vermittelte ihnen die Rollschuhbahn als Konzertsaal.

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„Nichts ist endgültiger als ein Provisorium“, zitiert Oliver Hilmes ein altes Bonmot. Der Kurator der Ausstellung „Die Alte Philharmonie - Ein Berliner Mythos“ schildert bei der Eröffnung, wie aus dem Notbehelf das Zentrum des Berliner Musiklebens wurde. Alle internationalen Größen von Fritz Kreisler und Fritzi Massary bis zu Sergej Rachmaninow und Paul Hindemith gastierten an der Bernburger Straße. Die Alte Philharmonie wurde zwei Mal umgebaut, auf 2.500 Plätze erweitert und verschönert.

Das Prunkstück der Foyer-Ausstellung ist der einzige noch vorhandene Stuhl aus der Alten Philharmonie. Es ist ein eher kleiner, unscheinbarer Holzstuhl. Man kann verstehen, dass sich der spätere philharmonische Intendant Wolfgang Stresemann über die unbequemen Sitze beschwerte. Ein interaktiver Monitor bietet ein ganzes Labyrinth an Informationen über das Berliner Kulturleben zwischen 1880 und 1945. Zwei Filmaufnahmen zeigen Bruno Walter bei einem Konzert im Jahr 1930 und Sergiu Celibidache, der in den Ruinen der Alten Philharmonie dirigiert. Der größte Teil der Ausstellung, zu der auch ein Katalog erschienen ist, besteht aus mehr als vierzig Fotografien. Manche stammen von so bedeutenden Fotografen wie Erich Salomon, Hanns Hubmann, Abraham Pisarek und Lotte Jacobi.

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