Berlin

Ex-Präsident des Rechnungshofes Harms gestorben

Der ehemalige Präsident des Berliner Rechnungshofes, Jens Harms, ist im Alter von 71 Jahren gestorben. Das gab der hessische Rechnungshof bekannt, dessen Vizepräsident Harms von 1989 bis zu seinem Amtsantritt in Berlin im Jahr 2001 war. Der damalige Regierende Bürgermeister Eberhard Diepgen (CDU) hatte sich unter zahlreichen Bewerbungen überraschend für den SPD-Politiker entschieden. Harms lehrte außerdem an der Technischen Universität Darmstadt.

In seiner Berliner Amtszeit als Rechnungshofpräsident rügte er unter anderem die Finanzpolitik des Senats. Berlins Schuldenberg wuchs infolge der internationalen Finanzkrise von 59 auf 63 Milliarden Euro. Harms kritisierte 2009 auch eine Zahlung in Höhe von zwei Millionen Euro an den Zoo, obwohl der Zoo wegen des internationalen Hypes um das Eisbärenbaby Knut elf Millionen Euro Überschuss erwirtschaftet hatte. Scharfe Kritik übte Harms an der Charité, die damals mehrere undurchsichtige Geldgeschäfte zugunsten privater Firmen abwickelte.

Harms war bis 2009 Präsident des Berliner Rechnungshofes. Er wurde von Marion Claßen-Beblo abgelöst, die der Kontrollbehörde bis heute vorsteht. Hauptaufgabe des Rechnungshofes, der in Berlin seit 1958 besteht, ist die Kon­trolle der Haushalts- und Vermögensverwaltung der Stadt. Der Rechnungshof legt dem Parlament jährlich einen Bericht vor. Seine Kritik hat jedoch keine rechtlich verbindlichen Folgen.

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