Fluglärmbeschwerden

Mehr Beschwerden wegen Fluglärm in Schönefeld

Nach einem Zwischentief ist die Zahl der Eingaben wieder deutlich angestiegen. In Tegel dagegen sinkt sie.

Schoenefeld, 08.04.06 JE - Landeanflug einer easyjet Maschine ueber Haeuser in Schoenefeld, Anwohner. [ Rechtehinweis: picture alliance ]

Schoenefeld, 08.04.06 JE - Landeanflug einer easyjet Maschine ueber Haeuser in Schoenefeld, Anwohner. [ Rechtehinweis: picture alliance ]

Foto: dpa Picture-Alliance / R4200 / picture alliance /

Potsdam.  Nach einem deutlichen Rückgang seit 2011 ist die Zahl der Fluglärmbeschwerden am Flughafen Schönefeld im vergangenen Jahr wieder angestiegen. 2015 gingen beim Brandenburger Lärmschutzbeauftragten 1048 Klagen ein, wie das Infrastrukturministerium auf eine Anfrage der Gruppe BVB/Freie Wähler im Potsdamer Landtag mitteilte. Im Jahr zuvor waren es 843 Eingaben, 2011 noch 2193.

Den Angaben nach schwankte die Zahl der Fluglärmbeschwerden im Zeitraum von 2000 bis 2007 zwischen 53 und 204. Als Rekordjahr gilt 2009, als insgesamt knapp 23.700 Rügen beim Brandenburger Lärmschutzbeauftragten Patrick Strogies eingingen. Nach dessen Angaben entfielen davon allein 17.000 auf einen Fluglärmgegner aus Blankenfelde-Mahlow (Teltow-Fläming). Auch in Schulzendorf (Dahme-Spreewald) und im Ortsteil Bohnsdorf des Berliner Bezirks Treptow-Köpenick hätten Einzelpersonen jeweils mehrere Hundert Beschwerden wegen Lärmbelästigung eingereicht, sagte er.

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Nur eine Lärmbeschwerde wegen Flughafen Tegel

Deutlich zurückgegangen sind die Beanstandungen, die das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung (BAF) im hessischen Langen aus Berlin und Brandenburg erreicht hat. Dort soll geprüft werden, ob es Anhaltspunkte für Ordnungswidrigkeiten gibt. Wie ein Sprecher des Amtes auf Anfrage sagte, sank die Zahl der bei der Behörde eingegangenen Klagen wegen Fluglärms in Schönefeld von 132 im Jahr 2011 auf zwölf im Vorjahr.

Mit deutlich weniger Beschwerden als in Brandenburg musste sich die Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt befassen. Dort gingen seit Jahren unverändert täglich ein bis zwei Klagen ein, wie ein Sprecher sagte – zum Betrieb an beiden Berliner Flughäfen. Auch das BAF erreichten nur wenige Beschwerden zum Flugverkehr in Tegel. Erstmals nach drei Jahren musste die Langener Behörde eigenen Angaben zufolge 2012 wieder drei Fälle bearbeiten. Im gesamten Jahr 2015 gab es dort nur eine Lärmbeschwerde zum Flugverkehr in Tegel.

Ein möglicher Grund: Im Vergleich zu Tegel mit einem Zuwachs von 1,5 Prozent stiegen die Fluggastzahlen in Schönefeld im vergangenen Jahr mit 16,9 Prozent besonders stark an. Und der Fluglärm wird noch mal zunehmen, wenn Ende 2017 oder Anfang 2018 der BER in Betrieb geht.

Das ist Wasser auf die Mühlen der Befürworter eines Weiterbetriebs von Tegel. Vergangene Woche startete das Volksbegehren „Berlin braucht Tegel“ in seine nächste Runde, 174.000 Unterschriften müssen für einen Volksentscheid gesammelt werden. Die Initiative um FDP-Generalsekretär Sebastian Czaja will den Flugverkehr in der Stadt nicht nur an einem einzigen Ort konzentrieren.

Die Idee: Die Lärmbelastung der Anwohner in Tegel soll durch eine Halbierung des heutigen Flugverkehrs sowie die Investitionen von rund 350 Millionen Euro in besseren Schallschutz reduziert werden. Für den Weiterbetrieb des Airports wären laut Czaja nur 7,8 Millionen Euro pro Jahr nötig.