Ephraim Gothe

Mittes Baustadtrat will Landesbibliothek am Hauptbahnhof

SPD-Mann Ephraim Gothe kehrt als Baustadtrat nach Mitte zurück. Und hat bereits Ideen für die Baugrundstücke am Humboldthafen.

Ephraim Gothe (SPD) saß bereits zwischen 2006 und 2011 im Bezirksamt von Mitte

Ephraim Gothe (SPD) saß bereits zwischen 2006 und 2011 im Bezirksamt von Mitte

Foto: Steffen Pletl

Nun hat er es wieder, das Eckzimmer im Rathaus an der Müllerstraße – und es ist, als wäre er nie weg gewesen: Ephraim Gothe (SPD), der neue Baustadtrat des Bezirks Mitte, hatte diesen Posten bereits von 2006 bis 2011 inne.

Während er vom Fenster aus die Bauarbeiten zur Umgestaltung des Leopoldplatzes beobachten kann, die er noch in seiner ersten Amtsperiode auf den Weg gebracht hat, hat der Politiker bereits Ideen, wie er sich in die Baupolitik des neuen Senats einmischen will. Dass diese inzwischen nicht mehr in der Hand der Sozialdemokraten, sondern der Linkspartei ist, stört ihn dabei kaum.

„Ich bin mit der neuen Bausenatorin Katrin Lompscher in vielen Fragen einer Meinung“, so Gothe. So werde er dafür kämpfen, dass die Siemens-Repräsentanz nicht im Garten des Magnus-Hauses am Kupfergraben gebaut werde. Damit revidiert er eine Entscheidung, die sein Amtsvorgänger Carsten Spallek (CDU) gegen die Bedenken des Denkmalschutzes durchgesetzt hatte.

Vorerst kein Bau, aber Suche nach Grundstück

Außerdem wolle er dafür sorgen, dass Berlin auf den Verkauf der verbliebenen landeseigenen Baugrundstücke am Humboldthafen verzichtet. Auf dem einen Grundstück direkt neben dem Hauptbahnhof sei der ideale Platz für den Neubau der Zentral- und Landesbibliothek (ZLB), so sein Vorschlag.

Die rot-rot-grüne Koalition hat zwar den Bau der ZLB in dieser Legislaturperiode zurückgestellt – nicht aber die Suche nach einem geeigneten Baugrundstück. Gothes Idee könnte daher durchaus gefallen. Die übrigen Grundstücke am historischen Hafenbecken will er dagegen unbebaut lassen.

„Ein freies Ufer in dieser exponierten Lage wäre eine echte Bereicherung für die Gegend um den Hauptbahnhof“, so Gothe, der von 2012 bis 2014 Staatssekretär für Wohnen unter dem damaligen Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD) war, ehe er von diesem entlassen wurde und dann in Potsdam für die gemeinsame Landesplanung Berlin-Brandenburg tätig war. Gothe macht keinen Hehl daraus, was er von der Rückkehr nach Berlin hält: „Ich bin überglücklich.“

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