Bezirksbürgermeisterin

Flüchtlinge in Turnhallen - Giffey: "Katastrophale Umstände"

30.000 Flüchtlinge leben in Berlin in Sporthallen. Neuköllns Bezirksbürgermeisterin spricht von einer "unerträglichen Situation".

Notdürftig untergebracht: Eine Unterkunft für Flüchtlinge in einer Berliner Sporthalle

Notdürftig untergebracht: Eine Unterkunft für Flüchtlinge in einer Berliner Sporthalle

Foto: REUTERS / FABRIZIO BENSCH / REUTERS

Die Neuköllner Bezirksbürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) hat angesichts der Flüchtlingsunterkünfte in Turnhallen von einer „unerträglichen Situation“ gesprochen. „Die Leute leben unter katastrophalen Umständen dort, beengt, ohne jede Privatsphäre“, sagte Giffey am Mittwoch im ZDF-Morgenmagazin. Berlinweit seien 30 000 Menschen in Sporthallen untergebracht, in Neukölln 400.

Eigentlich sollten die meisten Turnhallen wieder frei sein. Aber aufgrund rechtlicher Probleme bei den Vergabeverfahren, mit denen das Land Betreiber für neue Flüchtlingsunterkünfte sucht, können selbst nahezu fertige Neubauten vorerst nicht bezogen werden. Unterlegene Bewerber klagten erfolgreich gegen die Vergabe der Aufträge.

Giffey sagte, aus lokaler Ebene wünsche sie sich, dass angesichts der Notlage nicht nach „Schema F“ gehandelt werde. Da müssten auch die Vergabekammern mitspielen. Der noch amtierende Senator Mario Czaja (CDU) scheine nicht die Absicht zu haben, noch etwas zu tun.

360 Grad – So leben Flüchtlinge in Berlin

Giffey sagte angesichts der Zustände in den Turnhallen: „Wir vor Ort haben wirklich die Befürchtung, dass das aus dem Ruder läuft.“ Auch was den Schul- und Vereinssport angehe: „Das kann man nicht mehr länger durchhalten.“ Wenn Unterkünfte fertig seien, müssten diese auch bezogen werden.

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