Gault&Millau

Tim Raue wieder als Berlins bester Koch ausgezeichnet

Der Gault&Millau hat erneut Tim Raue ausgezeichnet. Damit gehört der Kreuzberger zu den 13 besten Köchen Deutschlands.

ARCHIV - Sternekoch Tim Raue

ARCHIV - Sternekoch Tim Raue

Foto: Michael Kappeler / dpa

Berlins bester Koch ist nach Einschätzung des französischen Restaurantführers „Gault&Millau“ erneut Tim Raue. „Der international bekannteste Koch in der Hauptstadt geht derzeit mit so viel Elan und kreativer Energie ans Werk wie kein anderer in Deutschland“, hieß es am Montag in einer Mitteilung zum Erscheinen der Deutschlandausgabe 2017. Raue (42) erhielt von den Kritikern als einziger Berliner Koch 19 von 20 möglichen Punkten.

Der gebürtige Kreuzberger zählt damit für den „Gault&Millau“ zu den 13 besten Köchen Deutschlands. Als typisches Gericht Raues beschrieben die Tester eine „bescheiden klingende Avocado mit Mandelmilcheis und -baiser, Petersiliendressing und Pomelo“. Dabei würden unter anderem Schärfe, Bitterkeit und Süße vereint - für die Kritiker ein „perfekter Gang“. Im Restaurant „Tim Raue“ bewirtet nach dem Urteil des „Gault&Millau“ zudem der Gastgeber des Jahres: André Macionga.

Neu dabei: Marco Müller von der "Rutz-Wein-Bar"

Im bundesweiten Ländervergleich steht Berlin mit 5 von 36 „Gault&Millau“-Topköchen auf dem dritten Rang hinter Bayern (7) und Rheinland-Pfalz (6). Den gemeinsamen zweiten Platz in Berlin hinter Tim Raue belegen vier Köche mit je 18 Punkten. Neu in der Küchenspitze sehen die Tester Marco Müller von der „Rutz-Wein-Bar“ in Mitte. Ihn würdigt der „Gault&Millau“ als „stilistisch ganz eigenständigen“, ehrgeizigen Tüftler. Seine moderne und betont regionale Küche sei „ganz frei von Marotten und Dekogemüse“.

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Den zweiten Platz teilen sich zudem wie schon in den Vorjahren Daniel Achilles vom Restaurant „Reinstoff“ in Mitte, Hendrik Otto vom „Lorenz Adlon Esszimmer“ am Brandenburger Tor und Michael Kempf vom „Facil“ im Hotel „Mandala“ am Potsdamer Platz. Über Achilles heißt es im Gourmetführer: Kein Gericht erinnere an irgendetwas, „das man anderswo schon gegessen hätte“. Ein weiterer Aufsteiger neben Marco Müller ist für die Tester Matthias Gleiß vom Kreuzberger „Volt“, der 17 Punkte für sich verbuchte.

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Lob erhielten auch zwei Neueröffnungen in Mitte: Auf Anhieb 15 Punkte erkochte Christopher Kümper von der Weinbar „Schwein“, den die Tester ausdrücklich als jungen Küchenchef würdigen. Er liegt gleichauf mit Andreas Rieger vom „Eisnunternull“ - der laut Mitteilung „ambitioniertesten und kulinarisch herausfordernsten Neueröffnung der vergangenen Jahre an der Spree“. Auf die Teller kämen lokale Produkte, etwa in fermentierter oder getrockneter Form - „regelrecht intellektuelle Kompositionen“, befinden die Tester.

Die Zubereitung regionaler Delikatessen begrüßen die Kritiker als bundesweiten Trend. Kritisch sehen sie, dass bestimmte Trends, wie diverse Rüben und Pickle-Gemüse, überall auf Speisekarten stünden.

Die Tester des „Gault&Millau“ beschreiben in der neuen Ausgabe 59 Berliner Restaurants, 49 Küchenchefs wurden ausgezeichnet. Im Vergleich zum Vorjahr fielen sechs Restaurants aus der Wertung, neun wurden neu aufgenommen.

Der Guide „Gault&Millau“ erscheint im Münchner Christian Verlag, hat 752 Seiten und kostet 34,99 Euro.