Bildung in Berlin

Berlins Bildungssenatorin verspricht bessere Schulen

Nach dem schlechten Abschneiden im bundesweiten Vergleich sieht Senatorin Sandra Scheeres dringenden Handlungsbedarf in Berlin.

Berliner Schüler hatten in einem am Freitag vorgestellten Ländervergleich in Englisch und Deutsch bundesweit mit am schlechtesten abgeschnitten

Berliner Schüler hatten in einem am Freitag vorgestellten Ländervergleich in Englisch und Deutsch bundesweit mit am schlechtesten abgeschnitten

Foto: Fredrik von Erichsen / dpa

Bildungssenatorin Sandra Scheeres sieht nach dem schlechten Abschneiden der Hauptstadt im bundesweiten Vergleich dringenden Handlungsbedarf an den Schulen.

„Das beginnt bereits bei den Schulgebäuden und umfasst insbesondere die Ausstattung der Schulen mit ausreichend Lehrkräften“, erklärte die SPD-Politikerin am Freitag. Beim Schulbau, bei der Bezahlung der Grundschullehrkräfte und dem Ausbau der Lehramts-Studienplätze werde die Hauptstadt „die nächsten Schritte gehen“, versprach sie.

Die Berliner Schüler hatten in einem am Freitag vorgestellten Ländervergleich in Englisch und Deutsch bundesweit mit am schlechtesten abgeschnitten.

Das stelle nicht zufrieden, erklärte Scheeres. „Auch wenn wir berücksichtigen, dass wir in der Metropole Berlin eine viel schwierigere Ausgangssituation haben, ist der Abstand vor allem im Fach Deutsch zu den führenden Bundesländern zu groß.“

GEW: Berliner Lehrer können Schüler kaum individuell fördern

Für Berlins schlechtes Abschneiden in Bildungsvergleichen können aus Gewerkschaftssicht nicht die Lehrer verantwortlich gemacht werden. „Es fehlt an pädagogischem Personal für die individuelle Förderung – insbesondere in den Brennpunktschulen, in denen es besonders nötig ist“, erklärte die Lehrergewerkschaft GEW am Freitag. Die besten Lehrer, die sich ihre Schule aussuchen könnten, gingen oft nicht an Brennpunktschulen. Dabei würden sie gerade hier gebraucht. Die neue Landesregierung müsse sich dringend Gedanken über die Rahmenbedingungen und eine bessere Personalausstattung machen.

Ländervergleiche seien allerdings kaum aussagekräftig, betonte die Gewerkschaft. Sie wollten gleich machen, was nicht gleich sei. So habe Berlin eine besonders heterogene Schülerschaft: An vielen Schulen lebe mehr als die Hälfte der Kinder von Hartz-IV, für viele sei Deutsch nicht Muttersprache. Zugleich lernten in Berlin besonders viele Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf an Regelschulen. Auch das sei ein Grund für Leistungsunterschiede in Vergleichstests.