Konstituierende Sitzung

Das sind die Parlamentarier im Berliner Abgeordnetenhaus

Am Donnerstag kommen die neuen Parlamentarier erstmals zusammen. Ein Überblick über Beruf, Herkunft und ihr Alter.

Heute werden die 160 Plätze im Berliner Abgeordnetenhaus in der konstituierenden Sitzung zum ersten Mal neu besetzt

Heute werden die 160 Plätze im Berliner Abgeordnetenhaus in der konstituierenden Sitzung zum ersten Mal neu besetzt

Foto: Davids/Boillot

Mehr Abgeordnete, mehr Fraktionen, mehr Zeit für Sitzungen: Mit 160 gewählten Politikern ist das Berliner Abgeordnetenhaus größer geworden. Von ihnen sind 70 (43,8 Prozent) neu im Parlament. So ist die sogenannte Alternative für Deutschland (AfD) nicht nur zum ersten Mal vertreten, sondern auch alle 24 Mitglieder der Fraktion plus der Abgeordnete Kay Nerstheimer, der zwar nicht zur AfD-Fraktion, aber weiter zur Partei gehört. Bei der FDP, die in den letzten fünf Jahren nicht im Parlament vertreten war, hat immerhin ein Drittel (vier Abgeordnete) bereits Erfahrung im Abgeordnetenhaus. Dies alles geht aus einer interaktiven Grafik hervor, die die Berliner Morgenpost entwickelt hat.

Gebürtige Berliner sind im Parlament in der Minderheit: 54,4 Prozent (87 der 160 Abgeordneten) sind Zugezogene. Der Zugezogenenanteil entspricht im Wesentlichen dem der Bevölkerung der Stadt (52 Prozent). Aber nur dank der CDU. Sie ist die einzige Fraktion, in der „echte Berliner“ eine Mehrheit haben – und zwar mit mehr als drei Viertel (77,4 Prozent) eine überwältigende. Die meisten Zugezogenen kommen aus Nordrhein-Westfalen (18). Im Ausland sind nur zwölf Abgeordnete (7,5 Prozent) geboren, sieben davon in der Türkei.

Interaktive Grafik: Kiez, Alter, Job - Das sind Berlins gewählte Abgeordnete

Die AfD hat nur wenige weibliche Abgeordnete

Frauen sind mit nur einem Drittel deutlich unterrepräsentiert (Berliner Bevölkerung: 51 Prozent). Im Vergleich zum vorherigen Parlament (34,9 Prozent) ist der Frauenanteil sogar gesunken. Den geringsten Anteil hat die AfD mit zwölf Prozent. Auch bei der CDU (12,9 Prozent) und der FDP (16,7 Prozent) scheint parlamentarische Arbeit vor allem Männersache zu sein. Bei der Linken (51,9 Prozent) und den Grünen (55,6 Prozent) sind die Frauen dagegen in der Mehrheit. Die SPD ist mit 39,5 Prozent noch weit davon entfernt. Die jüngste Abgeordnete ist June Tomiak von den Grünen. Sie ist 19 Jahre alt. Unter 30 Jahren alt ist zum Start der Legislaturperiode nur noch Herbert Mohr von der AfD. Der Durchschnittsabgeordnete ist 46,4 Jahre alt. Die jüngste Fraktion (44,2 Jahre) stellen die Grünen, die älteste die AfD (48,5). Sieben Abgeordnete sind bereits im Rentenalter.

Das Berliner Abgeordnetenhaus ist nach wie vor ein Feierabendparlament, neben der Bremischen und Hamburgischen Bürgerschaft das dritte in Deutschland. Die Parlamentarier können eigentlich noch einem Beruf nachgehen. Die meisten dieser Legislaturperiode sind Juristen (27 Abgeordnete, 16,9 Prozent) – innerhalb der CDU-Fraktion ist es sogar fast jeder Dritte. Die AfD stellt die meisten Abgeordneten (fünf) mit Doktortitel.

So funktioniert die interaktive Karte zu den Abgeordneten

Alter, Kiez, geborener Berliner oder zugezogen - unsere interaktive Grafik verrät es. Und so funktioniert sie.
So funktioniert die interaktive Karte zu den Abgeordneten

Doch auf eine andere Beschäftigung außerhalb des Parlaments sollen die Abgeordneten nicht angewiesen sein: Jeder bekommt deshalb eine zu versteuernde Diät in Höhe von 3601 Euro. Hinzu kommen weitere Zulagen: mindestens 1518 Euro steuerfrei im Monat für Büro, Fahrten und Telefon – sowie bis zu 3021 Euro für Mitarbeiter.

Ob es bei den 160 Abgeordneten bleibt, ist noch unklar. Einige gewählte Politiker könnten nach Abschluss der Koalitionsverhandlungen in den Senat wechseln. Und dann zweifelt der Grüne Tilo Siewer aus Mitte das Ergebnis noch an. Mit einem Eilantrag auf Neuauszählung scheiterte Siewer vorerst – aus formalen Gründen. Die endgültige Entscheidung steht noch aus.

Die Interaktiv-Grafik unter https://interaktiv.morgenpost.de/abgeordnete-in-berlin/