Dit is Berlin

Das sind die zehn gespenstischsten Orte Berlins

Ein altes Kinderkrankenhaus oder eine ehemalige Lungenanstalt - in Berlin gibt es viele verlassene Orte, die Spuk-Charakter haben.

Die Beelitz-Heilstätten wurden bereits 1994 geschlossen. Seitdem liegen große Teile der Klinikgebäude brach

Die Beelitz-Heilstätten wurden bereits 1994 geschlossen. Seitdem liegen große Teile der Klinikgebäude brach

Foto: picture-alliance/ ZB / dpa-Zentralbild

1. Irakische Botschaft

Fotos, Unterlagen mit Namen, überall liegen Papiere und selbst die Stühle stehen noch an den Schreibtischen - die ehemalige Irakische Botschaft in Pankow erinnert an einen Drehort für einen Film. Dabei handelt es sich hierbei nicht um eine Kulisse, sondern um ein Gebäude, welches bis zum Ende der DDR als Sitz der Irakischen Botschaft gedient hatte. Zum Ende des Zweiten Irakkrieges 1991 zogen sich die irakischen Diplomaten vollständig aus Deutschland zurück. Die Mitarbeiter hinterließen einfach alles, wie es war - deshalb liegen bis heute Dokumente, Ordner und andere Gegenstände an Ort und Stelle.

2. Spreepark Berlin

Es ist wohl der bekannteste verlassene Ort Berlins: Der Spreepark im Plänterwald war der größte Freizeitpark der DDR. 1969 eröffnet, musste er aufgrund finanzieller Schwierigkeiten bereits 2002 schließen. Seitdem liegt das Gelände brach. Stillgelegte Achterbahnen, von Grünzeug überwucherte Fahrgeschäfte und Gruselhäuser verleihen dem ehemaligen Spaßpark eine mystische Gestalt. 2014 wurde der Park vom Land Berlin zurückgekauft - doch ob, in welcher Form und wann er wieder genutzt werden soll, ist bisher noch unklar.

3. Kinderkrankenhaus Weissensee

Bereits 1911 wurde die preußische Kinder- und Säuglingsklinik in Berlin-Weissensee eröffnet. Ein paar Jahre nach der Wende, 1997, wurde das Krankenhaus schließlich geschlossen. Kaum etwas ist wohl gruseliger als ein verlassenes Krankenhaus - im Inneren des Gebäudes stehen noch Krankenbetten, die Fenster sind überall eingeschlagen, die Wände mit Graffiti beschmiert und der Dachstuhl durchgebrochen. Obwohl die alte Klinik bereits 2005 verkauft wurde, steht das Haus noch immer verlassen und unverändert in Weissensee.

4. Beelitz-Heilstätten

Riesige verfallene Gebäude, der Putz blättert von den Wänden ab, durch die zerbrochenen Fensterscheiben strahlt fahles Licht - in Beelitz, vor den Toren Berlins, befindet sich eine ehemalige Heilstätte, die einst zu Deutschlands bekanntesten Tuberkulose-Kliniken zählte. Zu dem großen Krankenhauskomplex zählt ein denkmalgeschütztes Ensemble von 60 Gebäuden. Im Jahr 1898 wurden die Arbeiter-Lungenstätten eröffnet. Auch Adolf Hitler wurde hier als Gefreiter 1916 behandelt. Später wurden die Heilstätten dann von der Sowjetarmee besetzt. Seit 1994 liegen große Teile der Heilstätten brach - bis heute. Nur wenige Teile der verschiedenen Gebäude wurden inzwischen saniert und neu eröffnet: Darunter eine neurologische Rehabilitationsklinik, ein Parkinson-Fachkrankenhaus und eine Rehabilitationsklinik für Kinder.

5. Gesellschaftsbau in Grünau

Ein verlassener Flügel in einem leeren Raum, daneben ein alter Stuhl, an den Fenstern hängen noch Vorhänge - das ehemalige Restaurant lud mehr als 100 Jahre Menschen nach Grünau. Früher wurde in dem prachtvollen Saal des Hauses gefeiert und getanzt, die Berliner nutzten den Gesellschaftsbau als beliebten Freizeitort. Doch bereits seit 1991 steht das Gebäude leer und auch eine Sanierung ist bisher nicht in Sicht. Der einstige Ort der Hochkultur ist zu einem einsamen Areal am Dahmeufer verkommen.

6. Abhörstation Teufelsberg

Es ist einer der schönsten Orte, um den Blick weit oben über die gesamte Stadt schweifen zu lassen: Die ehemalige Abhöranlage der Amerikaner im Grunewald ist für viele Berliner und Besucher ein faszinierender Ort. Was früher einmal "top secret" war, ist heute ein beliebter Ausflugsort. Die Anlage steht auf dem Teufelsberg, der seinen Namen dem nahegelegenen Teufelssee zu verdanken hat. Der Trümmerberg ist mit 114 Metern die zweithöchste Erhebung der Stadt. Nach dem Abzug des amerikanischen Militärs wurde die Anlage auf dem Teufelsberg noch bis 1999 als Flugsicherungsradar-Station genutzt - doch seitdem stehen die Gebäude leer. Die Station besteht aus fünf Gebäuden mit runden Kuppeln.

7. Olympisches Dorf Berlin

Westlich von Berlin, im heutigen Wustermark, wurde in den Jahren 1934 bis 1936 das Olympische Dorf errichtet. In den Gebäuden des Areals wohnten während den Olympischen Sommerspiele 1936 rund 3600 Athleten. Das Dorf bestand aus 136 eingeschossigen und fünf zweigeschossigen Wohnbauten, einem Speisehaus, weiteren Räumen und den Sportstätten. In der Sprache der NS-Propaganda wurde von dem Ort als "Dorf des Friedens" gesprochen. Wie sich später jedoch herausstellte, stand bereits während der Spiele fest, dass die Wehrmacht die Anlage nach den Olympischen Spielen zu ihren Zwecken nutzen wollte und es sich bei dem Bau somit auch um eine verdeckte NS-Aufrüstung handelte. Das Olympische Dorf steht heute unter Denkmalschutz. Die alte Schwimmhalle und auch andere Gebäude stehen Besuchern für eine geführte Tour offen.

8. Institut für Anatomie der FU Berlin

Es ist ein gespenstischer Ort: Unterrichtsräume, Seziertische, Labore und Kühlräume für Leichen befinden sich am ehemaligen Institut für Anatomie an der Freien Universität Berlin in Dahlem im Dornröschenschlaf. 2009 soll das Gebäude von einem Discounter gekauft worden sein. Obwohl dieser das Areal umgestalten möchte, hat sich bisher vor Ort nichts getan.

9. Stadtbad Lichtenberg

Der damalige Berliner Oberbürgermeister, Gustav Böß, eröffnete im Februar 1928 feierlich Lichtenbergs erstes Hallenabd. Unter dem Motto "Volksgesundheit und Ertüchtigung" nutzten die Lichtenberger die beiden Hallen des Schwimmbads. Während des Zweiten Weltkrieges wurde das Bad an einigen Stellen beschädigt, jedoch nur notdürftig repariert. Später wurden die Hallen in der DDR für den Sportunterricht der umliegenden Schulen genutzt. Als in dem Gebiet ganze Neubauviertel entstanden und auch eine neue Schwimmhalle, verlor das Hubertusbad - wie das Stadtbad auch genannt wird - an Bedeutung. Gravierende Baumängel führten bald zur Schließung der großen Halle. 1991 musste schließlich auch die kleine Halle schließen. Seit vielen Jahren bereits kämpft der Förderverein Stadtbad Lichtenberg e. V. um den Erhalt des Kulturgutes.

10. Geisterbahnhof der Siemensstadt

Einst warteten hier täglich Tausende Arbeiter auf die Bahn, heute sind die Gleise der früheren Siemensbahn von Grünzeug bewachsen. Bereits seit 1980 ist an der Haltestelle Siemensstadt kein Zug mehr durchgerollt. Ein ehemals lebendiger Bahnhof ist zu einem Geisterbahnhof verkommen, wo die S-Bahn einmal im Fünf-Minuten-Takt verkehrte, herrscht heute absolute Stille. 1929 wurde die Bahnstrecke erstmals in Betrieb genommen und 1980 nach dem Reichsbahner-Streik in West-Berlin für immer geschlossen. Das Besondere an dieser Strecke ist, dass sie teilweise über einen Stahlviadukt quer durch das Siemenswerkgelände und die Wohnsiedlungen der ehemaligen Siemensstadt führt. Immer wieder gab es Ideen zur Neunutzung der Bahnstrecke, doch bislang wurde keines der Projekte verwirklicht.

Bei Berlins geheimen Orten handelt es sich nicht um öffentliche Areale. Das Betreten der meisten Gebäude ist somit untersagt. Wer zuwider handelt, kann bestraft werden.

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