Behinderungen

S-Bahn im Berliner Nordosten vier Wochen lang unterbrochen

Vom 14. Oktober bis zum 14. November stellt die S-Bahn den Zugverkehr auf der Linie S2 ein. Busse fahren, Anwohner warnen vor Chaos.

Elke Kadgien hat keine guten Vorahnungen. „Wenn das kommt, herrscht hier eine Riesen-Verkehrschaos“, fürchtet die Karowerin. Wie viele aus dem Berliner Nordosten und den benachbarten brandenburgischen Gemeinden fährt sie jeden Tag mit der S-Bahn in die Stadt. Doch damit ist in Kürze Schluss.

Vom 14. Oktober ab 4 Uhr morgens bis zum Betriebsbeginn am 14. November wird die S-Bahn den Zugverkehr auf dem Nordast der Linie S2 einstellen. Zwischen Blankenburg und Bernau werden dann gut vier Wochen lang Busse statt Bahnen fahren. Zehntausende Berufspendler werden davon betroffen sein.

„Wir werden eher mehr als weniger Busse für den Ersatzverkehr bereitstellen“, verspricht S-Bahn-Chef Peter Buchner am Montagabend auf dem Sprechtag, zu dem Fahrgastverband Igeb eingeladen hat. Doch für Elke Kadgien ist nicht die Zahl der eingesetzten Ersatzbusse das Problem. „Es gibt zwei große Baustellen in Buch und Blankenburg, die dafür sorgen werden, dass die Busse im Stau stecken bleiben.“ Sie beschwert sich zudem darüber, dass die S-Bahn bislang weder die Streckensperrung, noch ihr Ersatzkonzept ausreichend kommuniziert hat.

Tausende Drähte müssen neu verknüpft werden

In der Tat gab es von der S-Bahn bislang nur knappe Ankündigungen. Bereits seit Monaten laufen an der Strecke die Arbeiten für ein neues elektronisches Stellwerk, das die alte, störanfällige Steuerung von Weichen und Signalen ablösen soll. Mitte Oktober soll die alte Technik außer Betrieb und die neue in Betrieb genommen werden. Weil dabei Tausende Drähte für die Übermittlung der Daten neu verknüpft und überprüft werden müssen, dauert die Vollsperrung mehrere Wochen, so die Bahnexperten.

„Auch wir sehen, dass das keine einfache Sache sein wird“, so Ralph Pinkernell, der das Ersatzkonzept für die S-Bahn plant. Es habe dazu umfangreiche Gespräche gegeben, an der neben der Verkehrslenkung Berlin auch der Bezirk Pankow, die Stadt Bernau und die Barnimer Busgesellschaft beteiligt wurden. Auch eine Probefahrt während des Berufsverkehrs habe es gegeben.

Auf den Umleitungen kommt es häufig zu langen Staus

Eine der Knackpunkte ist Dauerbaustelle am S-Bahnhof Buch. Dort wird bereits seit vorigen Jahr die Wiltbergstraße komplett erneuert. Auf den damit verbundenen Umleitungen kommt es häufig zu kilometerlangen Staus. Auch die Ersatzbusse für die S2 müssen diesen Engpass passieren. Nach der aktuellen Planung werden die Ersatzbusse für die 21,4 Kilometer lange Strecke 48 Minuten benötigen. Die S-Bahn legt die Strecke Bernau–Blankenburg normalerweise in nur 17 Minuten zurück. Alternativ, so S-Bahnchef Buchner, kann der gesperrte Bereich auch mit dem Regionalexpress umfahren werden. Doch der RE3 fährt zwischen Bernau und Gesundbrunnen nur im Stundentakt.