Rettet das Staatsballett

Protest gegen Doppelspitze am Staatsballett Berlin wächst

Eigentlich sollten Sasha Waltz und Johannes Öhman die Leitung des Staatsballetts übernehmen. Doch der Widerstand gegen sie wächst.

Der Protest gegen die geplante neue Doppelspitze am Berliner Staatsballett wächst

Der Protest gegen die geplante neue Doppelspitze am Berliner Staatsballett wächst

Foto: Jörg Krauthöfer

Der Kampf gegen die geplante Doppelspitze am Berliner Staatsballett geht weiter: Am vergangenen Wochenende startete eine Online-Petition mit dem Namen "Rettet das Staatsballett" . Bis Dienstagvormittag hatten 2693 Menschen diese unterschrieben. Mit der Petition soll die Berufung der Berliner Tanz-Choreographin Sasha Waltz und des Direktors des Königlichen Schwedischen Balletts Stockholm, Johannes Öhman, zu Co-Intendanten des traditionsreichen Hauses verhindert werden. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hatte die Neubesetzung in der vergangenen Woche mitgeteilt. Waltz und Öhman sollen auf Nacho Duato folgen, wenn dessen Vertrag im Juli 2019 ausläuft.

Sasha Waltz ist "völlig ungeeignet"

"Der Protest wird vom ganzen Ensemble getragen", sagt Staatsballett-Sprecherin Corinna Erlenbach laut Berliner im "Tagesspiegel". Auf der Plattform "Change.org" veröffentlichten Petition wird der Stiftungsrat der Stiftung Oper in Berlin aufgefordert, der Entscheidung auf keinen Fall zuzustimmen.

Unter anderem wird der Tanz-Choreografin Sasha Waltz vorgeworfen, sie sei "völlig ungeeignet" die Compagnie zu führen. Die Ernennung würde den Ruf des Staatsballetts als eine weltweite anerkannte klassische Ballettcompagnie beschädigen.

Auch Müller und Renner werden kritisiert

Auch der Regierende Bürgermeister und sein Kulturstaatssekretär Tim Renner (SPD) werden in der Petition kritisiert. Die Entscheidung zeige "die völlige Unkenntnis beider über die Traditionen und Entwicklungslinien von Tanz und insbesondere Ballett". "Die Ernennung ist leider zu vergleichen mit der Ernennung eines Tennis-Trainers zu einem Fußball-Trainer oder eines Kunstmuseumsdirektors zu einem Chefdirigenten", heißt es in dem Aufruf.

Auf Unverständnis stößt auch, dass die Ernennung von Waltz und Öhman "drei Jahre im Voraus" erfolgte. "Dass diese Ankündigung inmitten des Wahlkampfs erfolgt, lässt uns zu dem Schluss kommen, dass sie weniger künstlerisch als vielmehr politisch motiviert ist, was abermals von einem tiefgreifenden Mangel an Respekt für unsere Compagnie, unsere Tradition, unsere Kunstform und unser Publikum zeugt", heißt es in der Petition weiter.

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