Drogenszene

Kleiner Tiergarten: "Urin- und Kotgestank, überall Spritzen"

Im Kleinen Tiergarten gehören Drogen und Kriminalität zum Alltag. Viele Berliner beschreiben beängstigende Zustände in dem Park.

Seit Monaten sorgt der Kleine Tiergarten für negative Schlagzeilen. Drogenhandel, Gewalt und Diebstähle sind offenbar Alltag in der lang gezogenen Grünanlage zwischen Turmstraße und der Straße Alt-Moabit. "Wir müssen alles tun, dass der Kleine Tiergarten nicht zum Görli zwei wird", sagt Mittes Bürgermeister Christian Hanke (SPD). Erst am Mittwochnachmittag musste erneut ein großes Polizeiaufgebot anrücken: Eine Messerstecherei, deren Hintergründe noch unklar sind, war der Anlass.

Während die Politik über Lösungen diskutiert, kocht das Thema auch in den sozialen Netzwerken hoch. Auf Facebook berichten Morgenpost-Leser, was sie für Erfahrungen im Kleinen Tiergarten gemacht haben. "Da mache ich einen riesengroßen Bogen herum, das dort ist ekelhaft und unerträglich!", schreibt Mario R. Und Frank W. berichtet: "Vor zwei Wochen waren meine türkische Kollegin und ich gezwungen, an zwei Abenden unsere (...) Pause am U Turmstraße zu verbringen. Wir mussten unser Pausenbrot auf einer Parkbank inmitten von Gruppen bestehend aus Dealern und Junkies verspeisen. Wir ernteten fortwährend feindselige Blicke. Und der Urin- und Kotgestank und die herumliegenden Spritzen haben auch nicht gerade dazu beigetragen, vom Arbeitsstress runterzukommen." Ähnlich sieht es auch Jens A.: "Fürchterliche Gestalten, die dort herumlungern...und das obwohl da richtig Geld reingesteckt wurde, um den schöner zu machen."

Iris S. hat Konsequenzen gezogen: "Ich vermeide es mittlerweile, nachts am Bahnhof Turmstraße umzusteigen - das ist mittlerweile so gruselig, da nehme ich lieber einen Umweg in Kauf!" Tini M. erzählt, dass sie bei ihrer Arbeit häufig dort vorbeikommt: "Wir gehen da öfters mit unseren Schützlingen von der Arbeit (...) lang, um auf den Spielplatz zu gelangen. Wir sind auf öffentliche Plätze angewiesen. Manchmal rennen wir schon fast durch..." Auch Réda R. berichtet: "Mein Nachhauseweg geht von der U-Bahn direkt durch den Park. Aber nachts setze ich da kein Fuß mehr rein."

Kritik gibt es vor allem für Innensenator Frank Henkel (CDU): "Wieder so ein Brennpunkt, wo Henkel versagt", schreibt Ulrich R. Und Karsten V. fordert: "Mal Henkel vor Ort schleifen!!! Damit dieser Mann sieht wie vergammelt hier alles ist."

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