Architektur

Transparenter Firmensitz: 50 Hertz bezieht neues Domizil

Von September an beziehen 650 Mitarbeiter sukzessive das neue Netzquartier in der Europacity. Die Ersatz-Leitwarte des Neubaus ist bombensicher.

Architekt Mark Jenewein auf einer der vielen Terrassen des neuen „50 Hertz“-Netzquartiers , hier mit Blick auf den Humboldthafen in Mitte

Architekt Mark Jenewein auf einer der vielen Terrassen des neuen „50 Hertz“-Netzquartiers , hier mit Blick auf den Humboldthafen in Mitte

Foto: Joerg Krauthoefer

Der Ausblick ist einmalig. Durch die raumhohen Fenster in den oberen Geschossen der neuen Unternehmenszentrale der 50 Hertz Transmission GmbH sieht man gen Westen bis zum Teufelsberg und im Osten weit über den Berliner Funkturm hinaus. Der Hauptbahnhof auf der einen- und der im Bau befindliche Kunstcampus auf der anderen Seite liegen den 650 Mitarbeitern, die von heute an sukzessive in das neue "Netzquartier" in der Europacity ziehen quasi zu Füßen.

Drei Jahre nach der Entscheidung des Architekturwettbewerbs für den Entwurf des jungen Grazer Büros von "Love Architecture" ist der Neubau bezugsfertig. Die bislang in Treptow und Marzahn untergebrachten Mitarbeiter erwartet im sechstöckigen L-förmigen Grund- und im siebenstöckigen Turmbau "ein sehr offenes, transparentes und kommunikatives Bürokonzept des Miteinanderarbeitens", sagte Boris Schucht, Vorsitzender der Geschäftsführung von 50 Hertz gestern.

Die als offene Bürolandschaften gestalteten bis zu 1300 Quadratmeter großen 13 Etagen des 56 Meter hohen Gebäudes wurden in Absprache mit den Mitarbeitern entwickelt. So gibt es auf jeder Etage Möglichkeiten im kleineren Kreis oder in größeren Gruppen zusammenzuarbeuten. Auch Rückzugsmöglichkeiten für Telefonate und vertrauliche Gespräche sind vorhanden. Und wer in frischen Luft arbeiten möchte, kann sich mit seinem Laptop an einen der Arbeitstische auf den Außenterrassen setzen.

Das äußere Erscheinungsbild des Neubaus vis a vis vom Tour Total in der Europacity wird durch das außenliegende Tragwerk aus schrägen weißen stahlummantelten Betonpfeilern geprägt. Sie werden in der Dunkelheit mit LED illuminiert. "Wir wollten eine dezente Beleuchtungsszenerie, die einer Sinuskurve ähnelt und so auch dem Namne ", erläuterte Architekt Mark Jenewein das Konzept der Fassade.

Herzstück der für den Norden und Osten Deutschlands zuständigen Stromübertragungsnetzbetreibers ist die wie ein Bunker gesicherte Ersatz-Leitwarte im Erdgeschoss, von der aus die Stromübertragung für immerhin sieben Bundesländer gemanagt werden kann. Die Hauptzentrale ist weiterhin in Neuenhagen. "Dieser Raum ist bombensicher gebaut. Der Turm über uns könnte einbrechen, die Ersatz-Leitwarte bliebe stehen", sagt Boris Schuch. Die Vorgaben für die Reserve Control Center (RCC) genannte Ersatz-Leitwarte wurden in enger Abstimmung mit den Bundessicherungsbehörden festgelegt. Man habe ein sehr anspruchsvolles Sicherheitskonzept berücksichtigt

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