Tarifstreit

Lehrerstreik zum Schulbeginn in Berlin abgesagt

Der Ausstand war bereits geplant, doch jetzt wird er gekippt. Senat und Gewerkschaft haben sich geeinigt.

Foto: Rundfunk Berlin-Brandenburg

Berlin.  Das neue Schuljahr in Berlin startet ohne Streik. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Berlin (GEW) kündigte am Montag an, den geplanten Ausstand vom 5. bis 9. September zurückzunehmen. Zudem sollen die tarifbeschäftigten Pädagogen bis zum Ende der Koalitionsverhandlungen im Oktober/November nicht zu weiteren Streiks aufgerufen werden. Grund ist die Zusage von Finanzsenator Matthias Kollatz-Ahnen (SPD), sich den GEW-Forderungen in den Koalitionsgesprächen nach der Abgeordnetenhauswahl anzunehmen. Die Gewerkschaft fordert eine bessere Bezahlung der angestellten Lehrer sowie gleiches Gehalt für die Kollegen an den Grundschulen. Dass Berlins Schüler nun doch keine verlängerten Ferien bekommen, sorgt bei Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) für Erleichterung: „Es ist ein schöner Erfolg, dass der Schulfrieden gewahrt ist und das Schuljahr ohne Streik starten kann. Das ist im Sinne der Schülerinnen und Schüler.“ Die GEW bezeichnet die Einigung als „wichtigen Teilerfolg“.

Vor allem die Grundschullehrer profitieren. Laut Kollatz-Ahnen sollen sie, sofern sie ihre Lehrbefähigung nach dem Lehrkräftebildungsgesetz von 2014 erhalten haben, ab dem Schuljahr 2017/2018 genau so viel verdienen wie ihre Kollegen an Oberschulen. Ihr Gehalt würde damit um rund 500 Euro auf 5000 Euro brutto im Monat steigen. Grundschulpädagogen, die ihre Lehrbefähigung nach den alten Regelungen erlangten, sollen durch Fortbildungen in die gleiche Gehaltsgruppe aufsteigen können. Zudem sollen sich die Gehälter der sogenannten Quereinsteiger verbessern. Keine Einigung gab es bei der geforderten Angleichung der Gehaltskonditionen von angestellten und verbeamteten Lehrern. Die GEW verlangt hier weitere Gespräche.