Gerichtsprozess

Angeklagte sollen über 1100 Autokennzeichen gefälscht haben

Zwei mutmaßliche Betrüger-Banden stehen vor Gericht. Sie sollen Kennzeichen gefälscht und für bis zu 120 Euro verkauft haben.

Mehr als 1100 Autokennzeichen sollen zwei straff organisierte Banden in Berlin gefälscht und verkauft haben. Mit neun Angeklagten hat am Montag der Prozess um den mutmaßlichen Schwindel mit Kurzzeitkennzeichen begonnen. Ob sich die 23- bis 52-Jährigen - aus Sicht der Anklage Mitglieder zweier Betrüger-Banden - vor dem Landgericht zu den Vorwürfen äußern würden, blieb zunächst offen. Die Verteidiger beantragten zu Beginn der Verhandlung eine einwöchige Unterbrechung zur Prüfung der Gerichtsbesetzung.

Acht Männer und eine Frau sitzen auf der Anklagebank – darunter sollen auch zwei mutmaßliche Bandenchefs sein. Fünf der Beschuldigten sollen unter dem Deckmantel eines Kfz-Zulassungsdienstes im Stadtteil Kreuzberg gutgläubigen Kunden gefälschte Fünf-Tage-Nummernschilder verkauft haben. Diese werden bei Probe- oder Überführungsfahrten eingesetzt. Den Käufern sei vorgetäuscht worden, dass die Kennzeichen ordnungsgemäß bei der Zulassungsstelle beantragt wurden und somit auch ein Versicherungsschutz für die jeweiligen Fahrzeuge bestehe.

Betrüger erschwindelten etwa 100.000 Euro

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die weiteren Angeklagten auf Bestellung der ersten Gruppe Kennzeichen sowie die dazu passenden Fahrzeugscheine fälschten. Die beiden mutmaßlichen Banden hätten eng zusammengearbeitet. Die Fälschungen seien für bis zu 120 Euro an ahnungslose Kunden verkauft worden. Die Ermittler gehen davon aus, dass in der Zeit von April 2015 bis Februar 2016 etwa 100.000 Euro erschwindelt wurden.

Mehrere der Angeklagten waren im Februar festgenommen worden. Derzeit befindet sich nur noch ein 52-Jähriger in Haft. Ein Sohn und eine Tochter des mutmaßlichen Bandenchefs sind mitangeklagt. Sie hätten als Telefonposten im Container ihres Zulassungsdienstes fungiert.

Der Prozess wird am 8. September fortgesetzt.