Immobilienprojekte

Investoren bauen in Berlin Wohnungen am Wasser

Baustart für luxuriöse Eigentumswohnungen am Osthafen. Ein neues Quartier ist am Neuköllner Schifffahrtskanal geplant.

Die Spree im Blick haben künftige Bewohner des Bauprojekts „Wave“

Die Spree im Blick haben künftige Bewohner des Bauprojekts „Wave“

Foto: Bauwerk Capital GmbH & Co. KG

Berlins Ufer sind begehrte Wohngebiete. Die einst industriell genutzten Standorte wie der Osthafen gelten längst nicht mehr nur bei Medien- und Modeunternehmen als angesagte Locations. Die Areale am Wasser werden auch als Filetgrundstücke in der Immobilienbranche gehandelt, die hier allerdings meist Eigentumswohnungen für Gutverdiener realisiert.

So auch auf einem der letzten freien Areale an der Stralauer Allee in Friedrichshain. Dort sollen noch in diesem Jahr die Arbeiten für das werbewirksam „Wave“ genannte Projekt der Münchener Bauwerk Capital GmbH & Co. KG beginnen.

Nach den Entwürfen des Berliner Büros von Graft Architekten entsteht unweit des Osthafens ein Gebäudekomplex aus zwei Häusern mit insgesamt 161 Wohnungen. Dabei setzen die Planer mit ihrer Architektur auf deutliche Kontraste.

Kantige Erker und Balkone an der Straßenseite

Zur Straße hin wird die eher geschlossene Fassade durch kantige Erker und Balkone gegliedert. Zur Wasserseite hin prägen raumhohe Glasfenster und ein leichter Schwung die hier transparente Ansicht des Hauses. Von den Wohnungen mit direkter Wasserlage reicht der Blick auf die „Molecule Men“-Skulptur am Dreieck von Kreuzberg, Friedrichshain und Treptow. Die Bruttogeschossfläche des Projekts beträgt 16.000 Quadratmeter.

Die Wohnungsgröße in den Gebäuden variiert von 27 bis 40 Quadratmeter großen 1,5-Zimmer- und Single-Apartments bis zu 156 Quadratmeter großen Fünfzimmerwohnungen. Hochparterre sind zudem Wohnungen mit privatem Garten vorgesehen. Im Dachgeschoss sollen luxuriöse Penthouses mit bis zu knapp 300 Quadratmetern realisiert werden, die Zugänge zu privaten Dachgärten bieten. Abgesehen von den Bereichen privater Dachgärten sollen die Dachterrassen der Gebäude ansonsten für alle Bewohner zugänglich sein, ebenso wie die Hofgärten im gemeinsamen Vorhof des Gebäudekomplexes.

Dieser Luxus und die Lage haben allerdings ihren Preis. Ab 4200 Euro aufwärts müssen die Käufer der Eigentumswohnungen pro Quadratmeter zahlen.

Drei Turmbauten auf der anderen Spreeseite

Für das am gegenüberliegenden Ufer geplante und umstrittene Projekt der drei Turmbauten der Agromex GmbH & Co. KG. liegt bislang noch keine Baugenehmigung vor. Wie berichtet, sind auf dem Wassergrundstück an der Fanny-Zobel-Straße nach Entwürfen des Berliner Büros Pysall Architekten ein 100 und ein 110 Meter hoher Turm mit 220 Wohnungen sowie ein 64 Meter hoher Hotelturm, der Platz für 160 Apartments bieten soll, geplant.

Nach Angaben eines Sprechers des Entwicklers liegt der Bauantrag für das Projekt nach der Auslegung der Pläne noch im Stadtentwicklungsausschuss des Bezirks Treptow-Köpenick. Ursprünglich wollte die Agromex bereits 2013 mit dem Bau beginnen.

Neues Stadtquartier in Neukölln

Weniger umstritten als die Wohntürme in Alt-Treptow dürfte ein aktuelles Projekt sein, mit dem jetzt das deutsch-österreichische Immobilienunternehmen Buwog Group an die Öffentlichkeit geht. Wie Barbara Lipka, die Sprecherin des Unternehmens, der Berliner Morgenpost bestätigte, plant die Buwog ein neues Stadtquartier auf dem Areal der ehemaligen Geyer-Werke in Neukölln nahe dem Neuköllner Schifffahrtskanal.

Auf dem Grundstück an der Harzer Straße soll bis Ende 2019 ein gemischtes Quartier entwickelt werden, das Wohnen und Arbeiten miteinander verbindet. Vorgesehen sind dabei sowohl preisgebundene Mietwohnungen als auch Eigentumswohnungen. Das denkmalgeschützte Hauptgebäude der Geyer-Werke entlang der Straßenfront wird dabei vollständig erhalten bleiben und soll auch künftig für gewerbliche Nutzungen zur Verfügung stehen.

„Wir initiieren aktuell gemeinsam mit dem Bezirk das Bebauungsplanverfahren“, so Barbara Lipka. Ziel sei eine ganzheitliche Entwicklung des Areals mit dem Bezirk und in Abstimmung mit den Nachbarn. Der erste Schritt sei die behutsame Entwicklung der Bestandsgebäude. Details zur Anzahl künftiger Wohnungen oder zu den Miet- und Kaufpreisen könne man jetzt in der Startphase noch nicht veröffentlichen.

Geyer-Werke: Deutschlands älteste Filmfabrik

Die Geyer-Werke gelten als „älteste Filmfabrik“ Deutschlands und waren 1911 in Lankwitz von Karl August Geyer als „Kino-Kopier-Gesellschaft m. b. H.“ gegründet worden. Seit 1926 firmierte das Unternehmen als Geyer-Werke AG in Neukölln. Der Bau an der Harzer Straße 39–46 wurde zwischen 1927 und 1928 von dem renommierten Schweizer Architekten Otto Rudolf Salvisberg errichtet. Savilsberg realisierte in Berlin auch die zum Unesco-Kulturerbe zählende „Weiße Stadt“ in Reinickendorf.