Berliner Mauer

Berlins Politiker gedenken Opfer des Mauerbaus vor 55 Jahren

Am 13. August vor 55 Jahren hatten die DDR-Machthaber damit begonnen, die Grenze zwischen Ost- und Westteil der Stadt zu schließen.

Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (2.v.r., SPD) und andere Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens verneigen sich nach der Kranzniederlegung für die Opfer des Mauerbaus an der Mauergedenkstätte an der Bernauer Straße

Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (2.v.r., SPD) und andere Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens verneigen sich nach der Kranzniederlegung für die Opfer des Mauerbaus an der Mauergedenkstätte an der Bernauer Straße

Foto: Jörg Carstensen / dpa

Mit Kranzniederlegungen und Gedenkminuten wurde in Berlin am Sonnabend der Opfer der deutschen Teilung gedacht. Am 13. August vor 55 Jahren hatten die DDR-Machthaber damit begonnen, die Grenze zwischen dem östlichen und westlichen Teil der Stadt zu befestigen. Es sollte der Beginn einer mehr als 28 Jahre dauernden Teilung Berlins, des ganzen Landes und Europas werden. Die Mauer, an der allein in Berlin mindestens 138 Menschen ihr Leben ließen, wurde erst am 9. November 1989 im Zuge der friedlichen Revolution in der DDR für alle Menschen geöffnet.

Etwa 500 Menschen, darunter rund 50 Zeitzeugen, besuchten am Vormittag eine Andacht in der Kapelle der Versöhnung an der Bernauer Straße. Die Straße stehe wie keine andere in der Stadt für die Grausamkeit des Grenzregimes, sagte Pfarrer Thomas Jeutner bei dem Gottesdienst, an dem neben Berlins Regierendem Bürgermeister Michael Müller (SPD) auch Innensenator Frank Henkel (CDU), der Präsident des Abgeordnetenhauses Ralf Wieland (SPD), Vertreter aller im Parlament vertretenen Parteien sowie zahlreiche Opfer der kommunistischen Gewaltherrschaft teilnahmen.

Besonders beeindruckt zeigten sich die Gäste von einer Collage aus Worten und Klängen der Künstlergruppe „a rose is“. Dabei kamen Berliner zu Wort, die den Mauerbau unmittelbar miterlebt hatten. Die Erinnerungen werden im Archiv der Gedenkstätte Berliner Mauer aufbewahrt. Bei einem Rundgang hatte sich der Regierende Bürgermeister zuvor von Gedenkstättenchef Axel Klausmeier über die 2014 neu gestaltete Ausstellung informieren lassen.

Es seien viele Möglichkeiten geschaffen worden, ein Gefühl zu bekommen, was die deutsche Teilung für die Menschen wirklich bedeutet habe, lobte Müller das Engagement der Mitarbeiter der Stiftung Berliner Mauer.

Mehr als die Hälfte der Berliner hat die Teilung nicht selbst miterlebt

Er wies darauf hin, dass inzwischen mehr als die Hälfte der Berliner die Teilung nicht selbst miterlebt habe. Deshalb sei es wichtig, authentische Orte in der Stadt wie die Grenzanlagen an der Bernauer Straße oder die Eastside Gallery zu erhalten.

An die Ereignisse vor 55 Jahren erinnerte auch ein Lauf mit mehr als 700 angemeldeten Teilnehmern, der 100 Meilen entlang der einstigen Grenzbefestigung führte. Die CDU-Landesverbände von Berlin und Brandenburg hatten zudem zu einer Gedenkveranstaltung für die Mauertoten auf die Glienicker Brücke eingeladen – gleichfalls ein Symbol der deutschen Teilung.