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Neun Tipps - Was Familien in Berlin so alles erleben können

Sie wollen mit der Familie Berlin noch besser kennenlernen? Dann dürfen diese Tipps auf Ihrer Liste nicht fehlen.

Das Technikmuseum ist mit Familie ein lohnendes Ausflugziel

Das Technikmuseum ist mit Familie ein lohnendes Ausflugziel

Foto: Hans Joachim Rech / picture alliance / Hans Joachim

FÜR ANFÄNGER

Das Muss für jede Familie

Ein Muss für Familien mit Kindern sind die beiden zoologischen Gärten Zoo und Tierpark, wobei jeder je nach Vorliebe und Alter der Kinder ganz eigene Vorzüge bietet. Der Zoo in Tiergarten eignet sich besonders für jüngere Kinder, denn hier reiht sich wirklich ein Highlight an das andere, ohne große Laufwege. Nicht verpassen sollten Familien die Show bei der Seehundfütterung immer um 13.30 Uhr. Einzigartig machen den Zoo im Vergleich zu anderen Tiergärten in Deutschland seine zentrale Lage und die historischen Gebäude, wie zum Beispiel das orientalische Antilopenhaus aus dem Jahr 1871.

Der Tierpark in Friedrichsfelde dagegen ist mit seinen 160 Hektar der größte Zoo Europas. Mit einem einzigen Ausflug ist kaum der komplette Park mit seinem großen Tierbestand zu erkunden. Selbst für den alteingesessenen Berliner gibt es immer wieder neue Ecken und Gehege zu entdecken. Neueste Attraktion für Kinder ist der Wasserspielplatz in der ehemaligen Plansche, wo die Kinder wunderbar unter den Fontänen hin und her flitzen können.

Zoo: Hardenbergplatz 8, Tiergarten, Tel. 254010, Mo.–So., 9–18.30 Uhr, Kasse bis 17 Uhr. Tierpark: Am Tierpark 125, Friedrichsfelde, Tel. 51 53 10, Kasse Mo.–So., 9–17 Uhr.

Parkeisenbahn und Missionen ins All

Eine ganz einmalige Anlage für Familien ist das FEZ in der Wuhlheide in Köpenick. Auch wenn die Wuhlheide für viele Berliner etwas weiter entfernt ist, lohnt sich der Weg in jedem Fall. Allein der riesige naturnahe Park mit seiner kleinen Parkeisenbahn, die die Besucher zwischen dem S-Bahnhof Wuhlheide, Badesee oder Freilichtbühne hin und her fährt, ist ein Erlebnis. Bei Regenwetter gibt es im FEZ, Europas größtem gemeinnützigem Kinder-, Jugend- und Familienzentrum, viel zu entdecken, angefangen vom Schwimmbad, über eine Theaterbühne, bis zum Kindermuseum. Einzigartig ist das Raumfahrtzentrum „orbitall“. Hier können sich Kinder und Jugendliche an Testgeräten wie Drehsessel, Taumelscheibe oder Rhönrad fit machen für einen Flug ins All, um mit dem Raumschiff „Phönix“ einen virtuellen Flug zur ISS zu unternehmen. Nach Anmeldung kann man an den Wochenenden mit bis zu zehn Personen auf Familienmission gehen. Der Preis für das zweistündige Programm beträgt 50 Euro.

FEZ, Straße zum FEZ 2, Wuhlheide, Tel. 530710, Mo. geschl., Di.–Fr., 9–22 Uhr, Sbd. und So., 12–18 Uhr (in den Sommerferien: Mo.–Fr., 10–17 Uhr, Sbd.+So., 12–18 Uhr)

Wissenschaft zum Anfassen

Wenn die Berliner nach ihrem Lieblingsmuseum gefragt werden, dann stehen das Technikmuseum und das Naturkundemuseum ganz vorn. Seitdem im Naturkundemuseum nun auch noch T. Rex Tristan zu sehen ist, erlebt das Haus einen regelrechten Besucheransturm. Kinder werden hier durch Museumspädagogen auf spannende Art und Weise an die Wissenschaft herangeführt, zum Beispiel im offenen Mi­kroskopierzentrum jeden Donnerstag von 12 bis 14 Uhr.

Das Anfassen, Mitmachen und Experimentieren ist auch ein Erfolgsgeheimnis des Technikmuseums. Besonders spannend für Kinder ist das Science Center Spectrum neben dem Haupthaus, das 150 Mitmach-Experimente bietet. Besucherliebling hier ist das Hexenhäuschen: Während der Besucher auf einer Bank sitzt, dreht sich das komplett eingerichtete Haus um ihn herum. Es dauert nicht lange bis die Wahrnehmungstäuschung eintritt und der Sitzende glaubt, er bewege sich selbst kopfüber. Für Kinder ein großer Spaß, für nicht ganz schwindelfreie Erwachsene eher eine Tortur.

Naturkundemuseum: Invalidenstraße 43, Mitte, Tel. 20938591, Di.–Fr., 9.30–18 Uhr, Sbd., So., 10–18 Uhr. Technikmuseum: Trebbiner Str. 9, Kreuzberg, Tel. 902540, Di.–Fr., 9–17.30 Uhr, Sbd., So.,10–18 Uhr.

FÜR FORTGESCHRITTENE

Kletterregal und Mitmach-Werkstätten

In der ehemaligen Elias-Kirche in Prenzlauer Berg wird getobt, gebaut, gebastelt und gespielt. Magnetischer Anziehungspunkt in dem Machmit! Museum ist das riesige Kletterregal. Die Kinder können sich in den Regalfächern auf verschiedenen Etagen wie in einem Labyrinth verstecken und finden. Bewegung gehört zum Konzept des Museums. Alles was hier gezeigt wird, kann selbst ausprobiert werden. Die Werkstätten und die alte Bleisatz-Druckerei bieten immer passend zu den jeweiligen Ausstellungen Mitmach-Angebote für die ganze Familie. Zur aktuellen Ausstellung „geboren & willkommen“ werden dreidimensionale Familienstammbäume gebastelt. Die Kinder können die Bedeutung ihres eigenen Namens herausfinden oder selbst erfahren, wie ein Baby im Bauch der Mutter hört. Nicht nur die Museumsräume auch der Kiez werden einbezogen. Eine Audio-Führung schickt die Kinder auf Entdeckungstour durch das Stadtviertel. Einmal im Monat organisiert das Museum einen Kinderflohmarkt auf dem Helmholtzplatz.

Machmit! Museum, Senefelder Straße 5, Prenzlauer Berg, Tel. 74 77 82 00, Di.–So., 10–18 Uhr.

Zwischen Baumwipfeln

Einen Adrenalinkick für alle Beteiligten verspricht ein Familienausflug in den Waldhochseilgarten im Volkspark Jungfernheide in Charlottenburg. Hier kann man zwischen den Baumwipfeln klettern, Spaß haben, Ängste überwinden oder sich in der Familie als echtes Team beweisen. Es gibt drei Kinderparcours und zehn Erwachsenenparcours mit Hindernissen, die in Höhen zwischen drei und 17 Metern in Bäumen angebracht sind. Der Kinderparcours kostet 10 Euro für 2,5 Stunden inklusive Einweisung. Erwachsene zahlen 19 Euro für drei Stunden. Nach dem Klettern kann man im Sommergarten am Wasserturm etwas essen oder trinken. Der Park hält aber auch Flächen für ein mitgebrachtes Picknick bereit.

Waldhochseilgarten Jungfernheide, Heckerdamm 260, Charlottenburg, Tel. 34 09 48 18, Mo.–Fr., 11–19 Uhr, Sbd., So., 9–20 Uhr.

Floßfahren wie Huckleberry Finn

Eine Floßfahrt um die Müggelberge oder in die Innenstadt ist ein großes Abenteuer für die Familie, egal ob mit Oma und Opa oder mit einer befreundeten Familie. Man kann die Natur beobachten, baden, grillen oder in der Woltersdorfer Schleuse aufregende Technik erleben. So ein Floß ist nicht billig, aber ein Erlebnis. Bei „floß und los“ mit seinen Anlegestellen am Müggelseedamm und in Treptow etwa gibt es das kleinste Floß für fünf Personen für 120 Euro am Tag. Die Tipi-Flöße aus Holz sehen aus, als seien sie von Huckleberry Finn persönlich. Mit ihren 5-Ps-Motoren können sie ohne Führerschein gefahren werden. Man startet um zehn Uhr und hat bis 19 Uhr verschiedene Routen zur Wahl.

floß und los, Müggelseedamm 216, Köpenick, Tel. 645 57 56, Mo.–So., 9–20 Uhr

FÜR PROFIS

Abenteuerspielplatz für Eltern und Kinder

Versteckt hinter einem hohen Bretterzaun an der vielspurigen Holzmarktstraße liegt eine einzigartige Oase am Spreeufer in Friedrichshain. Der Mörchenpark auf dem Holzmarkt ist zwischen den edlen Firmensitzen, die hier in den vergangenen Jahren entstanden sind, einer der selten gewordenen Orte, den urbane Gärtner, Künstler, Abenteurer und Passanten gestalten. Es gibt eine Feuerstelle, Hühner, breite Holzbänke und verschlungene Pfade mit Johannisbeeren, Apfelbäumchen und Kräuterbeeten. An den aus Fundstücken zusammengezimmerten Tresen kann man Brause, Bier und Pizza kaufen. Auf einer Dachterrasse, die an ein Schiffsdeck erinnert, werden Kaffee und Crêpes angeboten. Für Kinder genauso wie für Erwachsene ist der Mörchenpark auf dem Gelände der ehemaligen legendären Strandbar Bar25 ein riesiger Abenteuerspielplatz mit herrlichem Blick über die Spree. Die Holzmarkt-Genossenschaft, die die Betreiber der Bar25 und des Clubs Kater Holzig gegründet haben, lässt nebenan mit Hilfe der „Stiftung Abendrot“ ein Dorf mit Wohnungen, Büros und Ateliers entstehen, in dem Studenten, Unternehmer und Künstler alternative Lebensformen ausprobieren wollen.

Mörchenpark, Holzmarktstraße 25, Friedrichshain, Do.+Fr., ab 16 Uhr, Sbd.+So., ab 14 Uhr, nur bei gutem Wetter. Informationen unter www.moerchenpark.de

Studieren für Kleine

Wieso bekommt man so ein komisches Gefühl im Bauch, wenn man Fahrstuhl fährt, und was hat das mit Einstein zu tun? Solche und andere spannenden Fragen erklären Professoren der Humboldt-Universität in der Kinderuni nur für Grundschulkinder. Dort, wo normalerweise Erwachsene lernen, im ehrwürdigen Audimax der Humboldt-Universität, sind an ausgewählten Terminen regelmäßig Kinder eingeladen. Jeder kann kommen, meist auch ganz ohne Anmeldung. Auch an der Charité auf dem Campus Virchow Klinikum können Kinder zwischen 8 und 12 Jahren einmal im Monat wie echte Medizinstudenten im Hörsaal sitzen und von den Ärzten und Wissenschaftlern zum Beispiel erfahren, wie ihr Gehirn arbeitet oder was Neugeborene schon alles können. Wer teilnehmen will, muss sich hier vorher anmelden.

Charité: Hörsaal 6 der Charité Campus Virchow-Klinikum, Augustenburger Platz 1, Wedding, Tel. 450 - 50, Information und Anmeldung unter www.kinderuni.charite.de, E-mail: kinderuni@charite.de. Kinder-Uni Humboldt-Universität: Audimax der Humboldt-Universität zu Berlin, Unter den Linden 6, Anmeldung und Infos unter
Tel. 20 93 25 18

Im Quartier der Fledermäuse

Die meisten Besucher der durchaus sehenswerten Zitadelle Spandau ahnen nicht, was für ein ganz besonderes Abenteuer in den unterirdischen Gewölben zu erleben ist. In dem Gemäuer der alten Festung befindet sich eines der wichtigsten Fledermauswinterquartiere Europas für rund 10.000 Tieren. Mit Einbruch der Dunkelheit, dann wenn die Fledermäuse am aktivsten sind, beginnen die Führungen durch die Gänge. Nur während des Winterschlafs gibt es keine Rundgänge. In den Sommermonaten verweilen nur wenige Tiere im Gewölbe, daher liegt in dieser Zeit der Schwerpunkt der Führung auf der Beobachtung der Jagdflüge am Zitadellengraben. Mit einer speziellen Detektortechnik werden die Ultraschallrufe hörbar. Am spannendsten ist die Hochsaison ab Ende August. Dann beginnt der Einflug der Tiere zur herbstlichen Schwärmphase. Da es im Herbst früher dunkel wird, ist auch die Zeit der Führung familienfreundlicher. Aufgrund der begrenzten Plätze ist eine Anmeldung per Telefon oder E-Mail unbedingt erforderlich.

Zitadelle Spandau, Am Juliusturm 64, täglich von 10–17 Uhr geöffnet, Eintritt 4,50 Euro, ermäßigt 2,50 Euro. Fledermausführungen nach Einbruch der Dunkelheit nur nach Anmeldung unter Tel. 36 75 00 61 oder
unter info@bat-ev.de

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