Mitten in Berlin

Warum auf dem Tempelhofer Feld jetzt Heu gemacht wird

Wenn die Lerchen flügge sind: Landwirt Klaus Messinger mäht den ersten Teil der Wiesen vor dem alten Flughafengebäude Tempelhof.

Tempelhofer Feld Maehdrescher

Tempelhofer Feld Maehdrescher

Foto: Sergej Glanze / Glanze

Landluft mitten in der Stadt. Es duftet nach frisch gemähtem Gras auf dem Tempelhofer Feld. Dort dreht am Dienstag Landwirt Klaus Messinger mit seiner 520 PS starken Maschine seine Runden. „Das ist ein Mähwerk und kein Mähdrescher“, betont der Landwirt, der bereits seit 5 Uhr in der Früh auf dem Vorfeld des einstigen Flughafens mäht. „Die Wiese wird nicht gedroschen, sondern geschnitten. Das Gras bleibt dann erst mal liegen und wird zum Trocknen auch noch einmal gewendet, bevor es dann geschwadet (zusammengepackt, d. Red) und dann zu Heuballen gepresst wird“, erläutert der 59-Jährige das Prozedere der Wiesenmahd.

Schon seit 3 Uhr ist Landwirt Messinger, der als Gemüsebauer auf seinem Hof in Kleinziethen in Schönefeld auch einen Hofladen betreibt, unterwegs. Die Mahd macht ihm offensichtlich Spaß. Wen wundert’s schließlich mäht der Landwirt nicht alle Tage mitten in der Stadt.

„Die Wiesen können ab jetzt gemäht werden, weil nun die Feldlerchen nicht mehr versteckt im hohen Gras brüten und die Jungvögel flügge geworden sind“, erläutert Michael Krebs von der für die Freifläche verantwortlichen landeseigenen Grün Berlin GmbH. Zunächst werde nur die Hälfte „der extensiv bewirtschafteten Wiesen, also etwas über 60 Hektar“ gemäht, so der Parkmanager. Die restliche Fläche sei dann in drei bis vier Wochen dran. Der Grund: Kleintiere und Insekten sollen jetzt auf die noch nicht bearbeiteten Wiesen wechseln können. In einigen Wochen finden sie dann wieder ausreichend Lebensraum den Flächen, die am Dienstag gemäht wurden.

Das Heu wird verkauft - zum Beispiel an Pferdehöfe

Das Heu wird nach Angaben des Parkmanagers „zum größten Teil verkauft, zum Beispiel an Pferdehöfe.“ Ein kleiner Teil, so Michael Krebs gehe an die Kollegen vom Britzer Garten, der wie das Tempelhofer Feld ja auch von Grün Berlin bewirtschaftet werde. Im Britzer Garten wird das Heu als Futter und Einstreu für die dort lebenden Rinder und Schafe verwendet.

Aber auch auf dem Tempelhofer Feld wolle man „wieder ein paar Heuballen auf dem Feld liegen lassen und stapeln, so dass sie in den nächsten Wochen als Ausguck, als erhöhte Liegefläche und als Spielbereich für Kinder dienen können“, so Parkmanager Krebs. Die Wiesenmahd koste mit Vor- und Nachbereitung insgesamt 50.000 Euro.