Mobilität

Neuer Mietservice für E-Roller: 200 neue Scooter für Berlin

Bosch startet einen Mietservice für E-Scooter. In Mitte, Prenzlauer Berg, Friedrichshain und Kreuzberg können sie gemietet werden.

Foto: Coup

Auf dem Elektro-Scooter geräuschlos durch die Stadt gleiten – das war in Berlin bislang den Kunden von eMio vorbehalten. 150 der knallroten Roller sind in Berlin unterwegs. Am Mittwoch haben die Berliner Gründer Konkurrenz bekommen: Der Automobil-Zulieferer Bosch kündigte den Start seines Mobilitätsdienstleisters „Coup“ an und geht in Berlin mit zunächst 200 strombetriebenen Rollern in türkis-schwarzer Lackierung an den Start. Der Technologie-Konzern Bosch gilt als einer der führenden Elektromobilitätsentwickler Europas.

Zunächst werden 200 vernetzte E-Scooter in Berlin Mitte, Prenzlauer Berg, Friedrichshain und Kreuzberg sukzessiv verteilt. Die Motorroller sind maximal 45 Stundenkilometer schnell, sodass sie von Führerscheininhabern ab einem Alter von 21 Jahren gefahren werden können. Aktuell kann der E-Scooter nur von einem Fahrer benutzt werden. Die Roller haben eine Reichweite von rund 100 Kilometern. Über das Aufladen der Batterie müssen sich Nutzer keine Sorgen machen, das erledigt der Anbieter. Wenn die Batterie aufgeladen wird, erfolgt auch eine Überprüfung des Rollers.

Anmelden, aufsteigen, abfahren

Bosch und eMio verfolgen das gleiche Konzept: Der Kunde mietet per Smartphone-App, wählt ein Fahrzeug in der Nähe aus und stellt es nach Gebrauch innerhalb des Geschäftsgebiets am Straßenrand ab. Die Abrechnung der gefahrenen Kilometer beziehungsweise der Mietdauer erfolgt automatisch über die App per Kreditkarte.

Bei der Preisgebung unterscheiden sich die beiden konkurrierenden Anbieter: Coup setzt auf Flatrate-Tarife und geht mit Kampfpreisen an den Start. 30 Minuten Fahrzeit kosten drei Euro, die Tagesmiete 20 Euro. Coup geht zunächst auf Einladungsbasis an den Start. Über die Website www.joincoup.com können sich Interessierte eine Einladung zusenden lassen. Nachdem Erhalt der Einladung kann mit der Registrierung begonnen werden. In der zweiten Augusthälfte will Coup den Dienst komplett öffnen.

Mit ihren Preisen unterbietet Bosch das Berliner Start-up eMio: Neben einer Anmeldegebühr von 14 Euro fallen dort nach einer einmaligen Registrierung Mietgebühren von 19 Cent pro Minute oder 59 Cent pro Kilometer an. Abgerechnet wird der jeweils für den Kunden günstigere Satz. Eine Tagesmiete kostet bei eMio 24 Euro.

Berliner Start-up und multinationales Unternehmen konkurrieren

Für Valerian Seither, Mitgründer des Start-ups eMio, ist der Start von Bosch Kampfansage und Bestätigung zugleich. „Natürlich ist das eine Konkurrenz für unser Geschäftsfeld. Es ist aber auch eine Bestätigung, dass unser Geschäftsmodell eine Zukunft hat“, sagt er.

Anmelden, aufsteigen, abfahren – so einfach hat eMio die Rollervermietung gemacht. Das Mitte 2015 gegründete Unternehmen, das wie viele andere Elektromobilitäts-Unternehmen auf dem Schöneberger Euref-Campus angesiedelt ist, hat 150 Elektroroller im Einsatz. Die Fahrzeuge bezieht das Start-up von dem Elektroroller-Hersteller emco und rüstet sie mit einer Telematik-Box nach, damit sie per Smartphone-App verwaltet werden können.

Bosch verwendet Fahrzeuge des Herstellers Gogoro. Der asiatische Hersteller habe sich seit seiner Gründung im Jahr 2011 zu einer weltweit führenden Marke für eScooter entwickelt, heißt es bei Bosch. Der Konzern macht die Fahrzeuge aus Fernost nun auch auf europäischen Straßen verfügbar.

Der Ausbau ist schon in Planung

Für Bosch ist der Coup-Start erst der Anfang: „Wir gehen mit einer Basisversion schnell in den Markt., um den Service dann gemeinsam mit den Nutzern durch Test- und Lernmethoden weiterzuentwickeln“, erklärt Mat Schubert, der bei Bosch für den Geschäftsbereich Mobility Services zuständig ist.

„In Berlin gibt es ein Potenzial für mehr Roller“, antwortet Valerian Seither auf die Frage nach den Zukunftsplänen des Unternehmens. Zunächst solle die Zahl der angebotenen Roller gesteigert werden, dann könnte da Einsatzgebiet ausgeweitet werden. Dazu ist der Abschluss einer weiteren Finanzierungsrunde erforderlich, an der das Unternehmen gerade arbeitet. Bislang ist eMio mit einem mittleren sechsstelligen Betrag finanziert. Investoren sind die Beteiligungsgesellschaft der Investitionsbank Berlin (IBB), eine Beteiligungsgesellschaft (Family Office) aus Hamburg und ein Einzelinvestor (Business Angel) aus Berlin.