Abgeordnetenhauswahl

Am Sonntag kommen die Wahlplakate nach Berlin

Sieben Wochen vor der Wahl dürfen die Parteien mit ihrer Wahlwerbung starten. In diesen Tagen präsentieren sie erste Plakatmotive.

Die Spitzenkandidaten der Grünen für die Berliner Abgeordnetenhauswahl, Daniel Wesener, Bettina Jarasch und Ramona Pop (v.l.) enthüllen am Mittwoch das Großflächenplakat zu ihrem Wahlkampf für die Abgeordnetenhauswahl am 18. September

Die Spitzenkandidaten der Grünen für die Berliner Abgeordnetenhauswahl, Daniel Wesener, Bettina Jarasch und Ramona Pop (v.l.) enthüllen am Mittwoch das Großflächenplakat zu ihrem Wahlkampf für die Abgeordnetenhauswahl am 18. September

Foto: Jannis Mattar / dpa

Am kommenden Sonntag startet der Wahlkampf offiziell. Denn ab Mitternacht dürfen die Parteien im Stadtgebiet Plakate zu den anstehenden Wahlen zum Abgeordnetenhaus und den Bezirksparlamenten aufhängen. Bereits am Mittwoch stellten die Grünen ihr erstes großflächiges Motiv dafür vor. „Berlin geht nur zusammen“ steht auf den Plakaten, die an 340 Orten am Straßenrand aufgestellt werden. Ob es noch mehr werden, hängt davon ab, wie groß die Spendenbereitschaft der grünen Wahlsympathisanten ist. „Berlin wächst, der Aufschwung kommt aber nicht bei allen an“, sagte die grüne Fraktionschefin Ramona Pop. Vor allem für die sozial Schwachen in der Stadt will die Partei nach der Wahl Verbesserungen durchsetzen, sollte es gelingen, in die Regierung zu kommen.

„Vor allem sie sind auf einen funktionierenden Staat angewiesen“, sagte Pop. Sei es durch das Vorhandensein von bezahlbaren Wohnungen, sei es durch das zeitnahe Bereitstellen von Dienstleistungen. Ein starker Staat für die sozial Schwachen – das ist neu für die Grünen, die bislang als Partei der Besserverdiener galten. Insgesamt stehen den Grünen in diesem Jahr 1,7 Millionen Euro für den Wahlkampf zur Verfügung. Ein großer Teil davon wird für die Plakatierung verwendet.

CDU gibt mehr als eine Million Euro für den Wahlkampf aus

Auch die anderen Parteien stehen mit ihren Wahlkampfplakaten in den Startlöchern. Die CDU stellte vergangene Woche ihre Kampagne vor. Sie lässt 1000 Großplakate drucken und 40.000 kleinere. Auch die Christdemokraten geben mehr als eine Million Euro für den Wahlkampf aus.

Der Linkspartei stehen 900.000 Euro zur Verfügung. Sie plant mit insgesamt 50.000 Plakaten. Die Wahlzeitung, die an zahlreichen Wahlständen verteilt wird, erscheint in einer Auflage von 1,6 Millionen Exemplaren.

Die SPD setzt nicht auf große Veranstaltungen, sondern vor allem auf den Straßenwahlkampf. Wie hoch ihr Etat dafür ist und wie viele Plakate sie druckt, will sie erst am Freitag auf einer Pressekonferenz bekanntgeben.

Die Liberalen setzen auf das Thema Flughafen Tegel

Die FDP, die um den Wiedereinzug ins Berliner Abgeordnetenhaus kämpft, kann 250.000 Euro für ihren Wahlkampf ausgeben. Sie will 350 große und 16.000 kleinere Plakate in der Stadt anbringen. Am Freitag stellte Spitzenkandidat Sebastian Czaja beim Wahlkampfauftakt der Partei in Reinickendorf einige Plakatmotive vor. Sie haben die Themen Sicherheit, Fortschritt und den Flughafen Tegel zum Inhalt.

Die Liberalen sind die einzige Partei, die sich für die Offenhaltung des Airports einsetzt. Sie will ihn als Ergänzung zum Großflughafen BER nutzen. Der Senat plant, ihn zu schließen, wenn der BER in Betrieb ist. Dazu stehen auch SPD, CDU, Grüne und Linke. „Die Sicherheit muss besser organisiert sein als das Verbrechen“, so lautet der Slogan der FDP zu diesem Wahlkampffeld. Czaja plädiert dafür „mehr Polizei auf die Straße zu bringen“. Das sei möglich, wenn Polizisten von Verwaltungs- und Bürotätigkeiten befreit würden. Diese Aufgaben könnten andere Mitarbeiter übernehmen.