P-Schein

Rund 11.000 Orte müssen auswendig gelernt werden

Die Innung stellt hohe Anforderung an künftige Taxifahrer. Den Personenbeförderungsschein bekommen sie nur bei sehr guter Vorbereitung.

Taxifahrer müssen hart büffeln, um den sogenannten P-Schein zu bekommen, später warten sie dann oft stundenlang auf Kundschaft

Taxifahrer müssen hart büffeln, um den sogenannten P-Schein zu bekommen, später warten sie dann oft stundenlang auf Kundschaft

Foto: Paul Zinken / dpa

Wer in Berlin Taxifahrer werden will, benötigt einen Personenbeförderungsschein. Rolf Feja, Vorstand der Taxi-Innung Berlin, sagte der Berliner Morgenpost, dass man mindestens 21 Jahre alt sein muss, um solch einen Schein machen zu können. Außerdem müsse man seit mindestens zwei Jahren einen normalen Führerschein haben und keinen gravierenden Punkt in der Verkehrssünderkartei des Kraftfahrt-Bundesamtes in Flensburg. „Und man darf nicht vorbestraft sein“, sagte Feja.

Wer diese Voraussetzungen erfüllt und Taxifahrer werden möchte, könne beim Landesamt für Bürger- und Ordnungsdienste (Labo) einen entsprechenden Antrag stellen. Zeitgleich müsse er ein ärztliches Attest vorlegen, wobei es vor allem darum geht, ob man gut sehen und hören kann. Außerdem sei ein polizeiliches Führungszeugnis notwendig.

Taxifahrer sollten auch gut Deutsch sprechen können

„Liegt alles vor, sollte sich der Taxifahrer in spe in einer Taxischule anmelden“, so Feja. Man könne natürlich auch selbst alles lernen und sich dann zur Prüfung anmelden. Das sei aber schwierig. „Ich rate deshalb jedem, das nötige Wissen mit Hilfe entsprechender Fachleute zu erwerben“, sagte Feja.

Wer die Prüfung bestehen wolle, müsse den sogenannten Ortskundekatalog im Kopf haben. „Dazu gehören Bahnhöfe, Flughäfen, Krankenhäuser, Botschaften, Sehenswürdigkeiten, gute Restaurants“, so Feja. Die genaue Lage von rund 11.000 Orten müsse man zur Prüfung parat haben. „Die kann man auswendig lernen.“ Hinzu käme, dass der Prüfling wissen müsse, wo Straßen anfangen und enden. Auch das sei reine Lernarbeit. Feja weiß, wovon er spricht, schließlich fährt er seit mehr als 40 Jahren selbst Taxi.

Die kürzesten Wege zu 500 Zielen

Teil zwei der Prüfung sind die sogenannten Zielfahrten. „Der angehende Taxifahrer bekommt eine Strecke genannt und muss den kürzesten Weg von A nach B wissen“, so Feja. Insgesamt kämen rund 500 solcher Fahrten infrage, die müsse der angehende Taxifahrer ebenfalls auswendig können. Während der Prüfung würden allerdings nur zwei von diesen 500 Zielfahrten abgefragt.

Rolf Feja plädierte zudem dafür, dass angehende Taxifahrer auch noch einen Deutschtest absolvieren sollten. „Das hat einfach damit zu tun, dass Taxifahren viel mit Kommunikation zu tun hat“, sagte er. Nicht alle, aber viele Fahrgäste würden sich gern mit dem Taxifahrer unterhalten wollen. „Sie freuen sich, wenn ich ihnen etwas zur Stadtgeschichte erzählen kann oder die neuesten Bundesligaergebnisse kenne.“

Für ihn sei Taxifahren nicht nur irgendein Job, sondern Berufung, so Feja. Deutschkenntnisse seien überdies auch wichtig, um das Navigationsgerät richtig einzustellen. „Klappt das nicht, wird der Kunde ärgerlich und der Fahrer nervös“, so der Innungsvorstand.