Kriminalität

Wo Einbrecher in Berlin am häufigsten zuschlagen

In Charlottenburg, Wilmersdorf, Steglitz und Zehlendorf liegen die meisten Tatorte. Spandau ist am sichersten.

Einbruchsstatistik

Einbruchsstatistik

Foto: BM Poliizeipräsident von Berlin

Es passiert in Berlin etwa 32-mal an jedem Tag: Kriminelle hebeln Türen auf, zertrümmern Scheiben und steigen in Wohnungen oder Häuser ein. 11.815 Einbrüche wurden im vergangenen Jahr in der Hauptstadt begangen. Das ist nach der Kriminalitätsstatistik zwar ein leichter Rückgang um 344 Taten im Vergleich zu 2014, aber die Fallzahlen befinden sich nach wie vor auf einem hohen Niveau, wie auch die Polizei einräumt.

Das größte Risiko, Opfer eines Einbrechers zu werden, besteht für die Menschen im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf. 1567 Taten ereigneten sich dort 2015, wie aus dem am Donnerstag von Polizei und Innenverwaltung vorgelegten Kriminalitätsatlas hervorgeht. Das entspricht einer sogenannten Häufigkeitszahl von 479. Statistiker errechnen diesen Wert, indem sie die tatsächlichen Fälle auf 100.000 Einwohner hochrechnen, um einzelne Örtlichkeiten miteinander vergleichen zu können. In der Spitzengruppe der von Einbrechern am häufigsten heimgesuchten Bereiche in Berlin folgen Steglitz-Zehlendorf mit einer Häufigkeitszahl von 431 sowie Neukölln (362), Mitte (352) und Reinickendorf (323). Am sichersten vor Einbrechern sind die Spandauer (254).

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Doch nicht überall in einem Bezirk sind die Menschen den gleichen Risiken ausgesetzt. Für den Kriminalitätsatlas haben die Statistiker die Stadt in 138 Bezirksregionen eingeteilt, die sich besser miteinander vergleichen lassen. Am schlimmsten bedroht sind demnach in Charlottenburg-Wilmersdorf die Menschen in Grunewald mit einer Häufigkeitszahl von 995, gefolgt vom Bereich Heerstraße sowie Kurfürstendamm und Halensee. Die wenigsten Einbrecher sind in der Gegend um das Schloss Charlottenburg aktiv.

Aufklärungsquote beträgt lediglich 8,5 Prozent

Ähnlich unterschiedlich ist auch das Bild in Steglitz-Zehlendorf. Zehlendorf Nord liegt mit 345 Taten und einer Häufigkeitszahl von 830 einsam an der Spitze, gefolgt von Zehlendorf Südwest (536). In Neukölln schlagen die Täter am häufigsten in Rixdorf sowie in Rudow zu. In Mitte stellen Alexanderplatz und Regierungsviertel offenbar lohnende Gegenden für die Einbrecher dar, wie die Statistik belegt.

Die Schäden durch Haus- und Wohnungseinbrecher in Berlin sind immens. Nach den Angaben der Polizei vom Donnerstag machten die Täter im vergangenen Jahr Beute im Wert von gut 33 Millionen Euro. Waren die Einbrecher einmal da, sind die Chancen gering, dass ein Opfer Gestohlenes je wiedersieht. Die Aufklärungsquote beträgt lediglich 8,5 Prozent. So wurden im Vorjahr nur 743 Verdächtige ermittelt.

„Unter den Tatverdächtigen befanden sich 360 Nichtdeutsche“, teilte die Polizei mit. Nach den Erkenntnissen der Ermittler sind immer mehr reisende Täter unterwegs. Im Jahr 2006 lebten rund 83 Prozent der aufgeflogenen Täter in Berlin, 2015 hatten nur noch 67 Prozent der Tatverdächtigen ihren Wohnsitz in der Hauptstadt. „Reisende Tätergruppen werden meist durch Auftraggeber aus dem Heimatland entsandt, um über einen gewissen Zeitraum in einem bestimmten Gebiet Einbrüche, insbesondere in Einfamilienhäuser, zu begehen, bevor sie die Weiter- oder Rückreise antreten“, sagte ein Polizeisprecher. Beim Einbruchdiebstahl unterscheidet die Polizei zwischen Taten in Wohnungen oder in Einfamilienhäusern und Villen. In Wohnungen wurde laut der Statistik ein Rückgang der Taten um fast 1000 Fälle verzeichnet, während es bei Einfamilienhäusern einen Anstieg um 633 Taten gab. Reizvoll für Täter sind nach Polizeiangaben besonders Häuser am Rand von Siedlungsgebieten, an die sie sich unbemerkt heranschleichen können. Bei Mehrfamilienhäusern haben es die Einbrecher vorwiegend auf Gebäude in dicht besiedelten innerstädtischen Bereichen abgesehen.

Bei gut 42 Prozent der Fälle zogen die Täter allerdings unverrichteter Dinge wieder ab. „Das ist der höchste Wert seit Jahren. Er demonstriert eindrucksvoll, wie erfolgreich verbesserte Sicherungen Einbrüche verhindern können“, sagte ein Polizeisprecher. Die Polizei bietet daher kostenlose Informationen zu Sicherungen von Wohneigentum an. Die Beratungsstelle Einbruchschutz am Platz der Luftbrücke 5 ist telefonisch erreichbar unter (030) 4664-979999.

In den kommenden Tagen veröffentlicht die Berliner Morgenpost den Kriminalitätsaltas für die unterschiedlichen Delikte wie Körperverletzung, Taschendiebstahl, Raub