Parkzonen

In Alt-Tegel ist jetzt nur noch Kurzzeit-Parken erlaubt

Der Bezirk Reinickendorf hat probeweise eine Kurzzeitzone geschaffen. Anwohner und Betriebe erhalten Vignetten, die zwei Jahre gelten.

Foto: Sergej Glanze

Seit Freitag gilt die neue Kurzzeitparkzone rund um den U-Bahnhof Alt-Tegel. Viele Autofahrer benutzen bereits die Parkscheibe. Nur noch maximal drei Stunden Parken ist erlaubt. Etliche haben auch gut sichtbar die Ausnahmegenehmigung hinter der Windschutzscheibe liegen. Doch bei etwa rund einem Drittel der Parkenden scheint die Neuerung noch nicht angekommen zu sein. Davon konnte sich am Montagfrüh auch Stadtrat Martin Lambert (CDU), zuständig fürs Ordnungsamt, an Ort und Stelle überzeugen.

Lambert möchte vor allem die Parker, die den ganzen Tag über Parkplätze blockieren, dort vertreiben. „Viele kommen aus dem Umland, das sieht man an den Kennzeichen, die mit LOS, OHV, BAR beginnen. Sie parken hier und fahren dann mit der U- oder S-Bahn zur Arbeit. Es wäre viel besser, wenn sie bereits am S-Bahnhof Hennigsdorf einsteigen“, beschreibt Lambert das Problem.

Der Parkdruck in dem kleinen Gebiet östlich und westlich der Berliner Straße in Tegel sei nämlich groß. Das weiß auch Christian Frauenstein, Center Manager der nahen Hallen am Borsigturm, in denen sich 120 Geschäfte befinden: „Die neue Kurzzeitparkzone wird für die Händler und Anwohner gut sein. Viele Pendler parken ihr Auto in der Gegend, weil hier die Tarifzone AB beginnt.“

Ausnahmegenehmigung für zwei Jahre kostet 20,40 Euro

Insgesamt 1400 Anwohner und Betriebe haben beim Bezirksamt eine Ausnahmegenehmigung erhalten. Anwohner und Gewerbetreibende, die in den betroffenen Straßen mit der neuen Kurzzeitparkzone wohnen oder ihren Betrieb haben, dürfen mit der Erlaubnis ohne Parkscheibe und ohne Höchstparkzeit ihr Auto dort abstellen. 20,40 Euro kostet die Genehmigung für zwei Jahre. Pro Betrieb gibt es laut Lambert aber nur eine Ausnahmegenehmigung.

Da das Gebiet für eine Parkraumbewirtschaftung zu klein sei und die Investition mit Automaten nicht lohne, so Lambert, habe sich das Bezirksamt für die probeweise Einführung des Kurzzeitparkens mit einer Parkscheibe entschieden. Zeitlich gilt sie zwischen Humboldtmühle und Borsighallen sowie Eisenhammerweg im Westen bis zur S-Bahn im Osten montags bis sonnabends zwischen 8 und 18 Uhr. Die Schilder stehen nicht an jeder Ecke, aber immer an den Eingängen der Straßen. Das Ordnungsamt, das laut Lambert für die neue Kontrollaufgabe einen Mitarbeiter mehr hat, wird in Kürze „Knöllchen“ verteilen. Dann werden mindestens zehn Euro fällig.

Alternativen für Pendler und Dauerparker in „Tegel City“

Im Parkhaus der Hallen am Borsigturm kostet das Parken nach Angaben des Center-Managements 60 Euro pro Monat. Oder einen Euro pro Stunde, maximal zehn Euro am Tag. Es ist durchgehend geöffnet. Im Norden der Kurzzeitparkzone besteht im Parkhaus an der Straße Am Tegeler Hafen die Möglichkeit, für 1,50 Euro pro Stunde zu parken, der Tag kostet zwölf Euro. Geöffnet ist montags bis donnerstags, 8 bis 20.30 Uhr, freitags und sonnabends von 8 bis 21.30 Uhr.