Riesiges Wandbild

Horror-Kunst am Hochhaus sorgt für Ärger in Tegel

Ein verzweifeltes Mädchen und Ströme von Blut: Das riesige Wandbild an einem Mietshaus verärgert zurzeit die Anwohner in Tegel.

Die Elternvertreterinnen der Kita Nordwest und Felix Schönebeck (r.) von "I Love Tegel" sind über das neue Kunstwerk nicht erfreut

Die Elternvertreterinnen der Kita Nordwest und Felix Schönebeck (r.) von "I Love Tegel" sind über das neue Kunstwerk nicht erfreut

Foto: I Love Tegel

Ein riesiges Kunstwerk an einer Hochhauswand in Tegel-Süd erhitzt die Gemüter von zahlreichen Anwohnern an der Neheimer Straße. Das mehr als 42 Meter hohe Wandbild zeigt eine trostlose Waldlandschaft vor düsteren Wolken. Darin steht ein blutüberströmtes Mädchen in seiner eigenen Blutlache. Im Hintergrund ist ein an einen Baum genagelter nackter Mensch zu erkennen.

Die Darstellung der Streetart-Künstler des Projektes "Urban Nation" sorgt für erheblichen Ärger in der Nachbarschaft. Die Menschen vor Ort sprechen von einer "depressiven Stimmung" und einem „negativem Einfluss", dass das überdimensionale Kunstwerk ausstrahle. Auch Eltern der angrenzenden Kita Nordwest sind über das Kunstwerk nicht erfreut. Eine Mutter sagt, das Bild sehe aus "wie aus einem Horrorfilm".

"Diese Art von Kunst hat nach Auffassung der meisten hier in einem Wohngebiet nichts zu suchen! Nur wenige Meter entfernt befindet sich eine Kita. Nebenan entsteht gerade eine Flüchtlingsunterkunft für Menschen, die zum Teil aus Angst vor dem Krieg geflohen sind. Ich finde aus diesen Gründen das Bild an diesem Ort auch unpassend", sagt Felix Schönebeck, Chef der Kiez-Initiative "I Love Tegel".

Er hat sich mit betroffenen Anwohnern und Elternvertretern vor Ort getroffen und will nun mit der Wohnungsbaugesellschaft Gewobag über eine Lösung sprechen. Die Gewobag ist die Auftraggeberin des Horror-Gemäldes.

"Die Situation hätte man durch eine vorherige Befragung der Anwohner zu den Motiven vermeiden können. Jetzt ist die Gewobag am Zug und sollte gemeinsam mit den Mietern, Kindern und Eltern eine Alternative finden", fordert Schönebeck. Die Gewobag äußerte sich bisher noch nicht zu dem umstrittenen Motiv, auch die Künstlergruppe "Urban Nation" war nicht zu erreichen.

Im Rahmen des Kunstprojekts wurden insgesamt sechs Hochhauswände in Tegel-Süd neu gestaltet, die übrigen Motive wurden bisher gut angenommen.

Und so sehen einige der weiteren Wandbilder in Tegel aus: