Fitnessstudios

Nach Insolvenzantrag - Hard Candy soll gerettet werden

Der Insolvenzverwalter will die von Madonna mitgegründete Fitness-Kette retten. Doch wie er das tun will, ist noch völlig offen.

Pop-Ikone Madonna bei der Eröffnung der Berliner Hard-Candy-Studios 2013

Pop-Ikone Madonna bei der Eröffnung der Berliner Hard-Candy-Studios 2013

Foto: pa

Die Zukunft der deutschen Studios der Fitnesskette Hard Candy, die von Popstar Madonna mitgegründet wurde, ist nach der Insolvenz der Betreiberfirma Jopp offen. Der vorläufige Insolvenzverwalter, Rechtsanwalt Torsten Martini, sagte dem „Tagesspiegel“ am Sonntag, er wolle versuchen, die Filialen zu retten. „Ich versuche, den Betrieb fortzuführen, wenn es geht.“ Ob das gelinge, sei eine Frage der Zahlen, und die kenne er noch nicht. Am Montag gebe es ein erstes Treffen mit den Betreibern, den Brüdern Jürgen und Ralf Jopp.

Die nach einem Madonna-Album benannte Fitnessmarke hat Studios unter anderem in Mailand, Moskau und Sydney. Betrieben werden die Filialen von sogenannten Franchise-Partnern, also unabhängigen Lizenznehmern, die vertraglich an die Kette gebunden sind. In Deutschland ist das die Jopp AG, die nach eigenen Angaben in Berlin insgesamt elf Fitnessstudios hat (darunter neun Hard-Candy-Studios) und derzeit fünf weitere plant, unter anderem in Köln und Fürth. Die Firma hatte am Freitag beim Amtsgericht Berlin-Charlottenburg Insolvenz angemeldet.

Seit einigen Wochen waren Medienberichten zufolge in den Studios Kurse ausgefallen. Zuletzt waren einige Filialen geschlossen, weil es keinen Strom mehr gab. Seit Donnerstag seien die meisten der neun Hard-Candy-Studios in Berlin zu, schreibt der „Tagesspiegel“. Jopp war am Wochenende nicht für eine Stellungnahme zu erreichen, auch das weltweite Management in den USA antwortete nicht auf Anfragen, was die Insolvenz der Lizenzpartner für den Ausbau der Marke bedeutet.

Anfang Juni hatten die Betreiber der „B.Z.“ gesagt, es habe kurzfristig einen finanziellen Engpass gegeben. „Wir haben auf die große Zugkraft von Madonnas Namen gesetzt und relativ schnell neun Studios eröffnet. Für Ausbau und Einrichtung eines Studios fallen um die drei Millionen Euro an“, sagte Jürgen Jopp. Viele Bauvorhaben, wie die Mall of Berlin, seien aber später fertig geworden als geplant. „Die Situation ist jetzt aber gelöst“, sagte Jopp damals.

Madonna hatte die Kette gemeinsam mit Investoren gegründet und 2010 in Mexiko-Stadt das erste Studio eröffnet. Die Studios sind nach dem 2008 erschienenen Album „Hard Candy“ benannt. Im Oktober 2013 war im Beisein von Madonna die erste Berliner Filiale eröffnet worden.