Vorwürfe der Vergewaltigung

Fall Gina-Lisa Lohfink: Senator verteidigt Berliner Behörde

Justizsenator Heilmann stellt sich im Prozess gegen Ex-"Topmodel"-Kandidatin Gina-Lisa Lohfink hinter Berlins Staatsanwaltschaft.

Das Model Gina-Lisa Lohfink im  Amtsgericht Tiergarten

Das Model Gina-Lisa Lohfink im Amtsgericht Tiergarten

Foto: Klaus-Dietmar Gabbert / dpa

Im Gerichtsstreit um Vergewaltigungsvorwürfe des Models Gina-Lisa Lohfink hat Berlins Justizsenator Thomas Heilmann (CDU) die Staatsanwaltschaft verteidigt.

>> Vergewaltigungsopfer oder Täterin? Debatte um Gina-Lisa

„Ich stelle mich ausdrücklich hinter die Staatsanwaltschaft“, sagte Heilmann am Mittwoch im Rechtsausschuss des Abgeordnetenhauses. Vorwürfe, die Staatsanwaltschaft habe schlecht oder voreingenommen ermittelt, seien nicht begründet.

„Die Staatsanwaltschaft hat nicht tendenziös, sondern im Gegenteil extrem gründlich den Fall recherchiert“, betonte Heilmann. „Nach der Aktenlage hat die Staatsanwaltschaft richtig gehandelt.“

Lohfink soll 24.000 Euro wegen falscher Vorwürfe zahlen

In einem Prozess in Berlin geht es um die Frage, ob die ehemalige „Germany's next Topmodel“-Kandidatin Gina-Lisa Lohfink zu Unrecht zwei Männer der Vergewaltigung im Jahr 2012 bezichtigte.

In einem ersten Verfahren gegen die beiden Männer hatten sich die Vergewaltigungsvorwürfe nicht bestätigt. Lohfink aber erhielt von der Justiz einen Strafbefehl wegen falscher Vorwürfe über 24 000 Euro. Sie legte Einspruch ein. Dieses Verfahren läuft seit vier Jahren.

Am 27. Juni sollen Zeugen befragt werden. In der Debatte der vergangenen Wochen tauchte der Vorwurf auf, die Staatsanwaltschaft habe das Opfer zur Täterin gemacht.

Heilmann tritt für Verschärfung des Sexualstrafrechts ein

Heilmann bekräftigte jetzt, er habe eine gründliche Prüfung des Verfahrens durch die vorgesetzten Instanzen veranlasst. „Die Vorwürfe gegen die Staatsanwaltschaft Berlin sind nach dem Aktenstudium, das ich selber vorgenommen habe, das sehr umfangreich ist, nicht begründet“, sagte er und fügte hinzu: „Es ist natürlich vorstellbar, dass sich der tatsächliche Sachverhalt anders zugetragen hat vor vier Jahren, als es sich aus der Akte ergibt. Das wäre eine Überraschung für mich.“

Heilmann betonte, ihm sei der Fall aus prinzipiellen Gründen wichtig. Er fände es „sehr bedauerlich, wenn sich Frauen daran gehindert sähen, sich an die Justiz zu wenden und das Vertrauen in die Justiz reduziert wäre“, weil die Frauen befürchten müssten, nicht angemessen behandelt zu werden.

Heilmann tritt seit längerem für eine Verschärfung des Sexualstrafrechts ein und steht hinter der Forderung „Nein heißt Nein“. Die Bundesländer hatten kürzlich die schwarz-rote Bundesregierung aufgefordert, die Neuregelung des Sexualstrafrechts umfassender zu gestalten. So müsse schon das fehlende Einverständnis des Opfers eine Strafbarkeit auslösen - nach dem Grundsatz „Nein heißt Nein“.